Der VfB Friedrichshafen vor der neuen Saison (Foto: Imago, Eibner)

Teamcheck | VfB Friedrichshafen Der VfB ist auf der Mission Triple

Dreimal in Folge scheiterte der VfB Friedrichshafen im Finale um die deutsche Volleyball-Meisterschaft am Dauerrivalen Berlin. Dieses Jahr soll es endlich klappen mit dem 14. Meistertitel.

So lief die vergangene Saison

Die letzte Spielzeit des VfB Friedrichshafen glich einem langen Rausch mit heftigen Kater. Die Häfler dominierten die Liga und gewannen souverän den deutschen Pokal und den Supercup. Unglaubliche 37 Spiele blieb der VfB wettbewerbsübergreifend ungeschlagen, doch der ersehnte Meister-Titel blieb Friedrichshafen am Ende wieder verwehrt. In der finalen Play-Off Serie scheiterte der VfB denkbar knapp, aber letztlich verdient an Serienmeister BR Volleys.

"In den entscheidenden Spielen hatten wir nicht mehr unsere Best-Form", hadert Teammanager Guido Heerstraß rückblickend. "Das soll in diesem Jahr anders werden. Wir müssen uns über die Saison hinweg stetig steigern."

Dauer

Wer kommt, wer geht?

Der VfB muss in dieser Saison auf das Herz der Mannschaft verzichten, denn Routinier und Fanliebling Simon Tischer (35) hat seine Karriere beendet. "Simon war vor allem als Führungsspieler wahnsinnig wertvoll", sagt Heerstraß. Weil auch Tomas Kocian den Klub verließ, musste der VfB die wichtige Zuspieler-Position komplett neu besetzen.

Fündig geworden ist man in Tschechien. Jakub Janouch - Kapitän der tschechischen Nationalmannschaft - kam vom Erstligisten Dukla Liberec. "Er hat ein gutes Auge, feine Hände und ist ein großer Kämpfer", schwärmt VfB-Trainer Vital Heynen.

Als zweiten Zuspieler verpflichtete Friedrichshafen Martin Krüger vom bayrischen Erstligisten TSV Herrsching. Zudem komplettieren mit dem slowakischen Nationalspieler Michal Petras und Rückkehrer Adrian Aciobanitei zwei Außenangreifer den Kader.

Der Trainer

Der Belgier Vital Heynen ist der Star der Mannschaft. Mit Polen gewann der 50-Jährige im September die Weltmeisterschaft. 2014 führte er das deutsche Team überraschend zur WM-Bronzemedaillie. Seit 2016 coacht er den VfB Friedrichshafen und gewann jeweils zwei Mal den Pokal und den Supercup. Heynen bleibt seinem Spielsystem treu. Er lässt seine Teams konsequent auf Fehlervermeidung spielen, Hau-Drauf Volleyball ist tabu. Stattdessen soll jeder Punkt in Ruhe aufgebaut und erarbeitet werden. "Der Spaß darf bei mir aber auch nicht zu kurz kommen", sagt der Trainer selbst.

Vital Heynen, der Trainer des VfB Friedrichshafen (Foto: Imago, Camera 4)
Vital Heynen, der Trainer des VfB Friedrichshafen Imago Camera 4

Erwartungen an die kommende Saison

Die Ziele beim VfB sind ambitioniert. Priorität hat die Meisterschaft, die man erstmals nach 2015 wieder an den Bodensee holen will. Dazu sollen die Titel im Pokal und Supercup verteidigt werden. "Wir wollen das nationale Triple", sagt Teammanager Heerstraß. Die Frage ist allerdings, wie schnell sich die Neuzugänge an Team und Spielsystem gewöhnen. Zumal Trainer Heynen wegen der WM einen großen Teil der Vorbereitung verpasste.

"Vielleicht wird es zu Beginn noch etwas holpern", fürchtet Teammanager Heerstraß. "Aber ich bin zuversichtlich, dass das Team im Laufe der Saison zu einer Einheit wird.“  

Viel Zeit zum Eingewöhnen bleibt dem VfB Friedrichshafen allerdings nicht. Bereits im Oktober kommt es zum Wiedersehen mit dem Dauerrivalen. Die Häfler treffen dann gleich zweimal auf Meister BR Volleys - in der Liga und im Duell um den Supercup.

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