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Der erste Verein geht in der Coronakrise in die Knie: Der TV Rottenburg kündigte an, keine Lizenz für die 1. oder 2. Volleyball-Bundesliga in der Saison 2020/21 zu beantragen.

"Die Corona-Pandemie trifft die Unternehmen und Vereine mit voller Wucht. Allein in den vergangenen Tagen summierten sich die Sponsoren-Absagen für die kommende Saison des TVR auf einen sechsstelligen Betrag", begründete der TVR, Tabellenneunter der am 12. März vorzeitig beendeten Spielzeit, in einer Pressemitteilung am Freitag den Schritt: "Ohne größere Finanzhilfen ist der Bundesliga-Spielbetrieb nicht mehr zu stemmen - eine Verschuldung kommt beim TVR prinzipiell nicht infrage, weshalb jetzt die Reißleine gezogen werden musste."

"Konnten es nicht verantworten, die Lizenz zu beantragen"

"Unter den gegebenen Voraussetzungen können wir es nicht verantworten, in der nächsten Saison die Lizenz in der 1. oder 2. Bundesliga zu beantragen", wird Philipp Vollmer, Geschäftsführer der TVR Volleyball GmbH, zitiert: "Es war schon vor der Krise nicht einfach, die finanziellen Mittel für Bundesligavolleyball aufzutreiben. Jetzt und in den nächsten Monaten sehen die Perspektiven noch viel schlechter aus."

Die Entscheidung, die der Geschäftsführer zusammen mit dem Beirat der TVR Volleyball GmbH und in enger Abstimmung mit dem Vorstand des TVR getroffen habe, sei die "schwerste in fast 20 Jahren Bundesligavolleyball beim TVR". Zwar hat der Verein in den letzten Tagen auch positive Signale von Privatleuten, Dauerkarteninhabern, Sponsoren, Mitarbeitern und Vermietern erhalten, "aber die finanzielle Lücke, um einigermaßen ordentlich Bundesligavolleyball spielen zu können, ist so hoch, dass uns diese wirklich ganz tollen Gesten leider nicht helfen", so Vollmer.

Die Liga-Verantwortlichen sind überrascht

Die Verantwortlichen der Volleyball-Bundesliga zeigten sich überrascht von der Entscheidung des TV Rottenburg, in der 3. Liga einen Neustart unternehmen zu wollen. "Wir wurden am Donnerstagabend über den Schritt informiert und damit vor vollendete Tatsachen gestellt", sagte Liga-Geschäftsführer Klaus-Peter Jung: "Wir hätten uns gewünscht, gemeinsam mit dem Klub Lösungen zu finden, um den TV Rottenburg durch diese schwierige Zeit zu bringen und der so begeisterungsfähigen Volleyballgemeinde dort auch weiterhin Bundesliga-Volleyball zu ermöglichen."

Um den Vereinen entgegenzukommen, hatte die VBL die Frist für den Lizenzantrag der 1. Bundesliga vom 15. April auf den 15. Mai verschoben. Die Fristen für die wirtschaftliche Lizenzierung in der 1. Bundesliga wurden vom 15. April auf den 1. Juni sowie vom 30. Juni auf den 31. Juli verlegt.

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