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Am 13. Juni startet die neue Beach-Liga. Nach Fußball, Basketball und Tischtennis ist Beachvolleyball die vierte Sportart im Profibereich, die während der Corona-Krise wieder stattfindet. Karla Borger, deutsche Meisterin aus Stuttgart, ist begeistert.

Wechselhaftes Wetter über Deutschland. Ein professionelles Beachvolleyball-Turnier in Corona-Zeiten? Live zum Anschauen? Kaum vorstellbar. Doch tatsächlich dürfen sich Sportbegeisterte ab dem 13. Juni auf das Beachvolleyball-Turnier "Beach-Liga" in Düsseldorf freuen. Austragungsort sind zwei Spielfelder in einem eingezäunten Areal nahe der Düsseldorfer Fußball-Arena.

Neues Turnierformat mit Corona-Regeln

Über einen Zeitraum von vier Wochen treten jeweils acht Frauen- und Männerteams gegeneinander an. Frauen und Männer wechseln sich wöchentlich ab. Bei zwei Spielen pro Tag kommen die Teams auf kräftezehrende 14 Spiele pro Woche. Nach der jeweils zweiten Spielwoche werden beim Final-Four-Turnier (Halbfinale und Finale der besten vier Teams) die Beach-Liga-Meister ausgemacht.

Beachvolleyball ist ein Outdoor-Teamsport mit wenig Körperkontakt. Sollten sich die Spieler dennoch im Zuge des Blocks berühren, gehen die Betroffenen vom Feld und desinfizieren die Hände. Nach jedem Ballwechsel wird der Ball gereinigt und vom Handschuh tragenden Courtpersonal den Spielern zugeworfen. Im Feld liegende Bälle dürfen nur mit dem Fuß aus dem Spielfeld befördert werden. Die Netzkante wird nach jedem Satz desinfiziert. Aus Infektionsschutzgründen wird sogar die Pfeife der Schiedsrichter durch ein digitales Signal ersetzt. Zudem werden die Spieler vor jedem Spiel auf Corona getestet.

Karla Borger: "Ich möchte wieder spielen"

Karla Borger, aktuelle deutsche Meisterin aus Stuttgart, hatte ihr Trainingspensum nach der Absage der Olympischen Spiele und der Techniker Beach Tour, Deutschlands höchster Beachvolleyball-Turnierserie, zunächst zurückgefahren. Jetzt hat die Vize-Weltmeisterin von 2013 wieder ein Ziel, dem sie entgegen fiebert: "Ich möchte zocken, ich möchte wieder spielen und sehe das als riesige Möglichkeit, dieses Jahr wieder einen Wettkampf zu haben." Allerdings wird die Beach-Liga nicht mit ihrer festen Partnerin Julia Sude bestreiten, sondern mit der talentierten Nachwuchsspielerin Svenja Müller. Sude will sich in diesen Wochen auf ihr Zahnmedizin-Studium konzentrieren.

Die Organisatoren wollen den Athleten in den vier Turnierwochen viele Spiele ermöglichen, damit sie Wettkampfpraxis sammeln können. Somit kommen große körperliche Herausforderungen auf die Spieler zu. Karla Borger blickt den Spielwochen mit Respekt entgegen: "Das ist etwas, was noch keiner durchgemacht hat, und es ist sehr schwer, die Belastung abzuschätzen."

"Interaktivstes Sportevent des Jahres"

Zuschauer sind bei den Spielen nicht erlaubt. Über das Live-Streaming-Videoportal Twitch kann man das revolutionäre Sportereignis aber in voller Länge verfolgen. Durch die Kommentarfunktion des Porals könnte das "Geistervolleyball-Turnier" zum "interaktivsten Sportevent des Jahres" werden, meint Alexander Walkenhorst, Bruder von Kira Walkenhorst, der Olympiasiegerin 2016 in Rio.

Walkenhorst, Wernitz und Adam haben das Turnierformat erschaffen

Walkenhorst, sein Spielpartner Daniel Wernitz und Constantin Adam, Manager des Nationalteams Borger/Sude, haben das Turnierformat kreiert. Eine Mammutaufgabe. Am 1. April begann die Konzepterstellung und die Organisation des Events. Der Hygieneplan musste drei Mal überarbeitet werden.

"Ich habe nicht einen Funken schlechtes Gewissen, dieses Event auszurichten, weil ich da vielmehr Chance als Risiko sehe", so Walkenhorst. Es gehe darum, diese Sportart zu platzieren, weil sie sonst für ein Jahr von der Bildfläche verschwände.

Weiter stellt der erfolgreiche Beachvolleyballspieler klar: "Die Profis, die für das Turnier teilweise Urlaub nehmen, sollten jedes der mindestens 28 Spiele nutzen, um Volleyball zu spielen." Es geht also zur Abwechslung mal nicht um TV-Gelder und Geschäftsmodelle, sondern um ein Event für den Sport. Das Wetter soll zum Turnierauftakt sogar mitspielen. Nach vielen Regentagen wird es am Samstag sonnig und 26 Grad warm.

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