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Kim Renkema ist das Gesicht des Volleyballs in Stuttgart. Sie war schon als Spielerin gut, als Sportdirektorin von Allianz MTV Stuttgart ist sie fast noch besser. Jetzt will sie am Sonntag gegen den Dresdner SC den Pokalsieg.

Als Kim Renkema vor knapp drei Jahren vom Spielfeld ins Büro wechselte, kam ihr Schlafrhythmus gehörig durcheinander. Als aktive Volleyballerin war sie es gewohnt, nach dem Mittagessen erst mal ein Schläfchen zu machen. Regeneration ist schließlich Teil des Leistungssports. Doch als Sportdirektorin von Allianz MTV Stuttgart ging das nicht mehr. "Ich saß im Büro und dachte: Wie halte ich nach 13.00 Uhr nur die Augen auf?"

Pokalsieg bisher nur als Spielerin

Die Umstellung zum vielen Sitzen sei nicht einfach gewesen. Trotz dieses kleinen Problems, von dem Renkema mit einem Schmunzeln erzählt, hat sich der Wechsel für sie und den Verein gelohnt. 2017 musste sie beim MTV ihre aktive Karriere beenden und übernahm die sportliche Leitung, 2019 feierte der Verein erstmals die deutsche Meisterschaft. Nun will der Klub im Finale am Sonntag (16.30 Uhr in Mannheim) gegen den Dresdner SC zum vierten Mal DVV-Pokalsieger (nach 2011, 2015 und 2017) werden - ein Titel, den Renkema bisher nur als Spielerin gewonnen hat. Das wird schon werden hofft Mittelblockerin Juliet Lohuis: "Im Pokal ist alles möglich. Wir haben schon zweimal gegen Dresden gespielt, das waren tolle Spiele."

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Dass Allianz MTV nach einem großen Umbruch im Sommer erneut einen so starken Kader um die Topangreiferin Krystal Rivers zusammengestellt hat, ist auch das Werk von Renkema. "Ich habe etwas gefunden, dass eine Leidenschaft für mich ist", sagt die Niederländerin, die bei der Suche nach Spielerinnen von ihrem Netzwerk profitiert. "Wenn du in Italien, Holland und Deutschland gespielt hast, kennst du viele Leute." So gelang es ihr, im Januar das US-Ausnahmetalent Simone Lee, die zuvor in Japan gespielt hatte, für einige Monate nach Stuttgart zu holen. Dabei half auch Lees Freundschaft zu Rivers mit. Allerdings ist Lee im Pokalfinale nicht spielberechtigt. Dafür aber Celine van Gestel. Die 22-Jährige Belgierin spielt ihre erste Saison in der Bundesliga für Stuttgart. "Wir sind sehr motiviert, pushen uns gegenseitig und wir kommen immer zurück."

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Hoffnungsträgerin Krystal Rivers

Krystal Rivers fehlte einige Wochen wegen einer Rückenverletzung. Rivers gab zwar am Mittwoch in der Liga beim 3:0 gegen Nawaro Straubing ihr Comeback, ob sie schnell wieder ihre Form findet, ist aber eine andere Frage. Genau deshalb will der Bundesliga-Zweite Stuttgart von einer Favoritenrolle im Pokalfinale gegen den Tabellen-Vierten Dresden nichts wissen.

Krystal Rivers (Foto: Imago, Imago Images / Beautiful Sports)
Kommt Krystal Rivers rechtzeitig in Finalform? Imago Imago Images / Beautiful Sports

Dennoch wäre ein Pokaltriumph enorm wichtig. Denn Renkema und Geschäftsführer Aurel Irion müssen in diesen Tagen einen neuen Sponsor suchen. Der alte ist weggebrochen. Es geht also darum, den aktuellen Etat von rund 1,8 Millionen Euro zu halten oder künftig sogar zu erhöhen. Neben einem Pokalsieg würde dabei auch der Einzug ins Viertelfinale der Champions League mit einem Sieg am kommenden Dienstag gegen Chimik Juschne helfen. Kim Renkema kämpft auf allen Ebenen.

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