Krystal Rivers, Allianz MTV Stuttgart (Foto: IMAGO, IMAGO / Pressefoto Baumann)

Volleyball | Bundesliga

Superstar Krystal Rivers: Von Aussichtslosigkeit zur schönsten Aussicht Stuttgarts

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AUTOR/IN
Zoé Piater

Krystal Rivers geht in ihre vierte Saison mit dem Bundesligisten Allianz MTV Stuttgart. Die US-amerikanische Diagonalangreiferin schwärmt von Stadt und Verein. Dass sie überhaupt Volleyball spielt, grenzt an ein medizinisches Wunder.

"Ich hätte vielleicht nicht laufen können. Es hätte sogar sein können, dass ich nicht am Leben bleibe", sagt Krystal Rivers im Interview mit SWR Sport. Als sie 1994 geboren wurde, schien ihre Zukunft wenig vielversprechend. Die US-Amerikanerin kam mit dem Tethered-Spinal-Cord-Syndrom zur Welt: Als Baby mussten ihr beide Hüftgelenke gebrochen werden. Darauf folgten zahlreiche Operationen - um die 20 bis zu ihrem 15. Lebensjahr. Rivers schätzt sich glücklich, sehr gute Ärzte gehabt zu haben. Sie hätten sich gut um sie gekümmert.

"Von Anfang an konnte mich nichts zurückhalten. Meine Ärzte haben mir immer aufgetragen, zu tun, was ich kann - und das habe ich immer versucht. Ich bin gerannt, gesprungen, habe Sport gemacht und das hat funktioniert."

Der Kampf gegen die Krankheit

Im Januar 2014 erhielt sie dann die Krebsdiagnose: Hodgkin-Lymphom an Lymphknoten in Hüfte, Brust und Hals. Es folgte ein halbes Jahr Chemotherapie. Während der Therapie trainierte Rivers weiter. Sie studierte an der University of Alabama und spielte in der Universitätsmannschaft.

"Wenn es heute im Training schwierig wird, erinnere ich mich daran zurück: Ich hatte das während der Chemotherapie geschafft."

Die mentale Stärke, die sie durch die Rückschläge und den ständigen Kampf um ihre Gesundheit gewonnen hat, hilft ihr heute in ihrer Karriere. Zwar müsse sie natürlich auf ihren Körper hören, sie wisse aber, dass sie sich "pushen" kann. Und dass sie zu vielem fähig ist, hat sie in den vergangenen Jahren mehrfach bewiesen.

Rivers: Leistungsträgerin beim MTV Stuttgart

Nachdem sie in der Saison 2017/18 mit Béziers Volley die französische Meisterschaft gewann, kam sie nach Stuttgart. Mit dem MTV wurde sie 2019 deutsche Meisterin, erreichte zwei Mal das Pokalfinale und wurde als Most-Valuable-Player der Bundesliga ausgezeichnet. Auch laut Sportdirektorin Kim Renkema ist Rivers die "beste Diagonalangreiferin, die die deutsche Bundesliga zu bieten hat".

Stuttgarts Charme - Rivers verlängert

Krystal Rivers Vergangenheit lässt sie die Gegenwart mehr schätzen: "Es gibt Momente, an denen ich einfach anhalten muss: Ich bin hier, ich bin da. Und es hätte anders kommen können." Manchmal schaue sie auf Stuttgart hinunter und genieße einfach, wie "schön Stuttgart ist." Ihr Lieblingsort? Der Birkenkopf – mit 511 Metern die höchste Erhebung im Stuttgarter Stadtgebiet.

In der Halle gefällt es ihr aber mindestens genauso gut. Die Amerikanerin verlängerte ihren Vertrag beim MTV Stuttgart um ein Jahr - mit Option auf Verlängerung. Die Ziele des Vereins entsprächen ihren eigenen und sie fühle sich in Stuttgart sehr wohl.

"Auch wenn man manchmal aus seiner Komfortzone gehen muss", so Rivers, "ist es in dieser Situation anders. Es wird sich hier sehr gut um mich gekümmert und ich möchte beim Verein und bei den Menschen bleiben."

Mit gutem Gefühl in die neue Saison

Und dass auch nach einer teilweise sehr schwierigen Saison. Während der wichtigsten Phase lag Rivers mit Fieber im Krankenhaus, das Team musste nicht nur ohne Zuschauer, sondern auch ohne die Kapitänin spielen. Im entscheidenden Spiel der Finalserie um die Deutsche Meisterschaft gegen den Dresdner SC fehlte Rivers – der Titel ging nach Sachsen.

Die 27-Jährige habe trotzdem das "beste Gefühl" für die kommende Saison. Sie freut sich auf das Team und auf die Fans, die aller Voraussicht nach bald wieder in die Halle dürfen.

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