Die sportliche Leiterin Kim Renkema (Foto: Imago, Pressefoto Baumann)

Volleyball | MTV Stuttgart Das "zweite Leben" der Kim Renkema

Viele Jahre war Kim Renkema als Kapitänin das Gesicht der Stuttgarter Bundesliga-Volleyballerinnen, gewann mit dem MTV drei Mal den deutschen Pokal. Aus gesundheitlichen Gründen musste sie letztes Jahr ihre Karriere beenden und ist seither sportliche Leiterin.

Kim Renkema, wie fühlt sich als ehemalige Spielerin das neue Volleyball-Leben als sportliche Leiterin an?

Es ist ja jetzt schon fast wieder ein Jahr, dass ich diese Aufgabe in Stuttgart übernommen habe. Ich bin aber sehr gut angekommen, weil die vielen unterschiedlichen Aufgaben sehr viel Spaß machen. Sponsoring, Marketing, die Teambetreuung, die Kaderplanung, dazu kommt eine meiner Hauptaufgaben - die Talentförderung in unserer Akademie und am Volleyball-Bundesstützpunkt. Es ist ein völlig anderes Leben als vorher.

Wie sehr fehlt Ihnen der Volleyball auf dem Spielfeld?

Das wird mir immer ein bisschen fehlen. Volleyball ist meine "große Liebe". Das wird auch immer so bleiben. Ich habe schließlich 23 Jahre lang Volleyball gespielt, davon 14 Jahre als Profi. Aber jetzt habe ich damit abgeschlossen. Ich kann und soll auch wegen meiner Rückenverletzung nicht mehr trainieren. Wenn aber Spitzenspiele wie am kommenden Sonntag gegen Dresden auf dem Programm stehen, dann kribbelt es auf der Tribüne natürlich immer noch in den Fingern, da hätte ich Bock drauf...

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Es ist Ihre erste Saison als sportliche Leiterin. Wie zufrieden sind Sie mit der sportlichen Entwicklung?

Sportlich läuft es in der Bundesliga und im Europapokal sehr gut. Schade nur, dass wir das bislang wichtigste Spiel, das Pokal-Halbfinale gegen Wiesbaden, verloren haben. Wir wären auch in diesem Jahr sehr gerne als Titelverteidiger beim Endspiel in Mannheim dabei gewesen. Am Ende zählen nur Titel. Man darf aber nicht vergessen, dass wir eine junge Mannschaft zusammengestellt haben, die zwar sehr viel Potenzial hat, die aber auch noch viel lernen muss.

Ihr Team besteht aus Spielerinnen aus acht Nationen. Wie gut funktioniert das?

Das ist wirklich eine bunte Mischung, die sich sehr gut versteht. Es gibt ja momentan keine Ausländerbegrenzung in der Bundesliga. Aber das wird sich in einigen Jahren ändern, bis dahin müssen wir verstärkt deutsche Spielerinnen fördern und entwickeln. Das ist unser großes Ziel bis 2020.

Das Interview führte Kersten Eichhorn

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