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Die 2. Volleyball-Bundesliga gilt als Profi-Liga - doch die Spieler der TGM Gonsenheim sind lupenreine Amateure. Und jetzt müssen sie nach einer Corona-bedingten Zwangspause ab Samstag wieder spielen. Gestern Abend hatten sie ihr erstes Training.

Zu den wenigen Berufen, die in Zeiten von Corona weiter betrieben werden dürfen, gehört der Profi-Sport. Das Dumme: Manchmal lässt sich Profi- von Amateursport gar nicht so richtig trennen.

Profis oder Amateure?

Die Volleyballer der TGM Gonsenheim etwa spielen 2. Liga, sie gelten als Profis, sind aber Amateure. Der Gonsenheimer Mannschaftsarzt, Dr. Matthias Mollenhauer ist von Beruf Intensivmediziner. Er kann deshalb die Corona-Tests fachgerecht durchführen. Er kann vor allem einschätzen, wie sinnvoll es ist, jetzt wieder mit der 2. Volleyball-Liga neu zu starten.

"Halte das nicht für sinnvoll"

"Eigentlich halte ich das nicht für sinnvoll. Es ist so, dass ich das im Gesamtkontext sehr kritisch bewerte, wenn ganz Deutschland im Lockdown ist, wo man sich nicht treffen soll, keine Kontakte haben soll, alles reduzieren soll - und wir dann weiter Sport machen", sagt der Teamarzt.

Die Spieler aus Mainz-Gonsenheim sind nun wirklich alle lupenreine Amateure. Studenten, Lehrer, Ärzte - keiner bekommt auch nur einen Cent. Spielertrainer Manuel Lohmann sieht die Mannschaft in einer Dilemma-Situation: "Egal, wie man sich entscheidet, man tut irgendwem weh. Entweder ich riskiere eine Weitergabe der Infektion bei meinen Arbeitskollegen oder ich schade meinem Verein, wenn ich sage, ich spiele einfach nicht mehr."

Offener Brief aus Gonsenheim im Dezember 2020

Die TGM Gonsenheim forderte im Dezember 2020 in einem offenen Brief, dass der Spielbetrieb ausgesetzt wird, bis die Infektionszahlen wieder unter Kontrolle und Gesundheitseinrichtungen nicht mehr überbelastet seien. Außerdem seien überall offene Trainingsanlagen nötig, damit ein "fairer Wettkampfbetrieb" möglich sei. Dazu solle man abwarten, bis der Schutz der Gesundheit aller Beteiligten wieder hinreichend gewährleistet werden kann und sich erkrankte Spieler wieder vollständig erholt haben. "Eine Pause des Spielbetriebs wäre keinesfalls ein Eingeständnis von Schwäche, sondern wäre ein Zeichen der solidarischen  Verantwortungsübernahme für unsere Volleyballsportler sowie für alle Menschen in unserem Land", schrieb der Verein damals.

Zum Re-Start alle Tests negativ

Die Vereine der Liga waren mehrheitlich für's Weitermachen. Nach einer coronabedingten Zwangspause steht für die Gonsenheimer am Wochenende wieder das erste Spiel an. Der Verband hatte den Vereinen Optionen angeboten: Wer nicht will, muss nicht spielen. Man könnte das Team also auch zurückziehen. Doch ein Rückzug hätte den Verein auch teuer zu stehen kommen können.

Jetzt zeigt die Tabelle: Die Mainzer sind mit vielen Spielen im Rückstand. Nun müssen sie, ob sie wollen oder nicht, das Risiko-Spiel mitmachen. Zum Neustart hatten die Volleyballer aus Gonsenheim schon mal Glück. Alle Testergebnise waren negativ. 

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