Darja Varfolomeev gewinnt bei den Weltmeisterschaften der Rhythmischen Sportgymnastik Gold mit den Keulen. (Foto: IMAGO, IMAGO / Jan Huebner)

Rhythmische Sportgymnastik

Nach WM-Triumph: Deutsches Gymnastik-Juwel Varfolomeev hat große Ziele

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Gold, dreimal Silber und Bronze: So lautet die Wahnsinns-WM-Bilanz der erst 15-jährigen Sportgymnastin Darja Varfolomeev vom TSV Schmiden. Nun ist die Schülerin zurück in ihrer schwäbischen Wahlheimat und kann ihr Glück immer noch nicht so richtig fassen.

Knapp eine Woche ist ihr großer Coup nun her. Dass "Dascha", wie Darja Varfolomeev von ihren Team-Kolleginnen genannt wird, jetzt Weltmeisterin ist, kann sie aber immer noch nicht glauben. "Ich habe das noch nicht verstanden. Ich habe das einfach nicht gedacht, dass ich Erste bei der Weltmeisterschaft werde", sagt die 15-Jährige kurz nach ihrer Rückkehr am Olympiastützpunkt in Fellbach-Schmiden in der Nähe von Stuttgart.

Sportgymnastin Darja Varfolomeev gewinnt fünf Medaillen bei WM in Sofia

Neben ihrem Titel mit den Keulen hat Varfolomeev bei den Weltmeisterschaften im bulgarischen Sofia vier weitere Medaillen gewonnen: Silber im Mehrkampf, mit dem Ball und im Team-Wettkampf sowie Bronze mit dem Reifen. Es ist der größte deutsche Erfolg in der Sportgymnastik seit der Goldmedaille von Carmen Rischer bei der WM 1975 in Madrid.

Verständlich also der große Rummel um ihre Person. Die vielen Presseanfragen beantwortet Darja am kurzerhand organisierten Medientag am Bundesstützpunkt in Schmiden aber geduldig und mit einem Dauergrinsen im Gesicht. "Es macht Spaß, dass sich nun mehr Leute für die Rhythmische Sportgymnastik interessieren", sagt die gebürtige Russin.

Für eine Karriere im Leistungssport: Umzug von Sibieren nach Schmiden

Im Februrar 2019 zog Darja Varfolomeev im Alter von zwölf Jahren von Sibieren nach Schmiden- für eine Karriere im Leistungssport. Denn die Konkurrenz im russischen Team ist groß. Dort hatte Varfolomeev keine Chance für sich gesehen. Also entschied sie sich nach Deutschland, der Heimat ihres Opas Alexander, zu kommen.

Dieser mutige Schritt zahlte sich nun aus, der WM-Titel ist der Lohn für die Entbehrungen und die harte Arbeit der vergangenen Jahre: Täglich trainiert Darja mehrere Stunden nach dem Schulunterricht. Nur sonntags ist frei. Unterstützt wird das 44 Kilogramm leichte Energiebündel dabei immer von seinen Eltern. Die wohnen inzwischen ebenfalls in Deutschland und haben sie, zusammen mit Darjas Oma, zur WM nach Sofia begleitet. "Nur mein Opa saß hier in Deutschland und hat das alles alleine erlebt", erzählt die Weltmeisterin. "Aber er hat sich auch sehr gefreut und sogar ein bisschen geweint", ergänzt Darja lächelnd.

Olympia-Ticket bereits gesichert

Nach dieser für alle sehr emotionalen Zeit kann Darja nun erst einmal durchschnaufen und zumindest im Training einen Gang runterschalten. Langweilig wird es der ehrgeizigen Top-Gymnastin aber nicht. "Irgendwie habe ich jetzt Bock auf Schule. Da war ich jetzt ja schon lange nicht mehr", sagt die Neuntklässlerin.

Schon ganz bald will Darja den Fokus dann aber wieder aufs Sportliche richten. Schließlich hat sie mit den Olympischen Spielen 2024 ein großes Ziel vor Augen. Das Ticket für Paris hat sie sich durch ihr starkes WM-Abschneiden bereits gesichert. "Ich will dort hinfahren, ins Finale kommen und mein Bestes zeigen", sagt die frisch gekürte Weltmeisterin. In ihre Übungen will Darja bis dahin noch mehr Schwierigkeiten einbauen. So will sie "versuchen, auch aus Paris mit einer Medaille zurückzukommen".

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