Andreas Aguilar. (Foto: Imago, imago)

Turnen | WM in Stuttgart Von Aguilar bis Hambüchen: Die Turn-WM in Stuttgart sorgt seit 1989 für Gänsehaut

Zum dritten Mal findet ab diesem Freitag die Turn-WM in Stuttgart statt. Die Vorfreude steigt nicht nur beim deutschen Team. Ein Blick in die Historie zeigt, was in Stuttgart möglich ist.

Stuttgart hat das Turnfieber gepackt. Auf dem Schlossplatz wird gesprungen und gerannt, junge Mädchen schlagen Räder und auf der Leinwand beobachtet man die Entscheidungen in der Hans-Martin-Schleyerhalle. Die Turn WM findet in diesem Jahr zum dritten Mal in Stuttgart statt.

Dass Stuttgart ein guter Gastgeber für die Turn-Elite der Welt ist, haben sie bereits in den Jahren 1989 und 2007 bewiesen. Auch damals, insbesondere 2007, hat die Stadt das Turnfieber gepackt. Die Athleten badeten in einer Menge aus schwarz-rot-goldenen Farben - ein Turner blieb den Zuschauern dabei besonders im Gedächtnis: Fabian Hambüchen. Vor 8.000 Zuschauern holte der damals 19-Jährige am Reck als fünfter deutscher Turner jemals die Goldmedaille. Zuvor gewann Hambüchen im Mehrkampf die Silbermedaille und holte mit dem Team Bronze.

Dauer

Im Jahr 1989 war es Andreas Aguilar, der für Gänsehaut bei den Turn-Fans in Stuttgart sorgte. Anfang des Jahres noch von Verletzungen geplagt, gewann er dennoch im Mai 1989 bei den Europameisterschaften in Stockholm die Bronzemedaille an den Ringen. Keine vier Monate später am gleichen Gerät dann den nationalen Meistertitel.

Bei der Turn-WM in Stuttgart dann der totale Triumph für Aguilar. Im Finale an den Ringen gewann er mit 9,875 Punkten knapp vor Andreas Wecker aus der DDR (9,862 Punkte) die Goldmedaille. Diese knappe Entscheidung sorgte für heftige Proteste im DDR-Team - Sie wurde als "eine der größten Betrügereien der Turn-Geschichte" bezeichnet. Der Protest richtete sich allerdings eher gegen die ungenügende Bewertung von Andreas Wecker, dem Aguilar später in einem Brief schrieb: "Ich möchte Dir sagen, dass ich lieber mit Dir zusammen Weltmeister geworden wäre."

Die erste Weltmeisterschaft sind 1903 in Antwerpen ausgetragen worden. Um den Weltmeistertitel durften im Jahr 1934 erstmals auch die Frauen mitturnen. Olympisch ist Geräteturnen seit den Olympischen Spielen 1896 in Athen, allerdings nur für Männer. Frauen durften bei den Olympischen Spiele 1928 erstmals mit um die Medaillen kämpfen - allerdings gab es nur eine Mannschaftswertung.

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