Simon Biles ist der Star der Turn-WM (Foto: Imago, masterpress)

Turnen | WM Fragen und Antworten zur Kunstturn-WM in Stuttgart

Zum dritten Mal nach 1989 und 2007 ist die Hanns-Martin-Schleyer-Halle in Stuttgart Austragungsort der Kunstturn-Weltmeisterschaften.

Was steht an?

Vom 4. bis 13. Oktober geht es im "Wembley des Turnens" um zusammen 14 Titel, aber auch um die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio. Insgesamt sind es die fünften Welttitelkämpfe in Deutschland, 1966 und 1994 trafen sich die Gerätartisten in der Dortmunder Westfalenhalle.

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Wie ist der Modus?

Weichensteller für alle Entscheidungen ist die sich über vier Tage hinziehende Vorrunde. An deren Ende qualifizieren sich die jeweils besten acht Riegen für die Mannschaftsfinals, die jeweils 24 besten Einzelturnerinnen und Einzelturner für die Entscheidung im Mehrkampf sowie die jeweils besten acht Spezialisten für die Finals an den einzelnen Geräten.

Und was ist mit Olympia?

Die Tickets nach Tokio lösen die jeweils besten zwölf Teams. Diese Hürde wollen auch die beiden Riegen des Deutschen Turner-Bundes (DTB) mit dem Heimvorteil im Rücken überspringen. Wird das den deutschen Männern auch ohne Reck-Olympiasieger Fabian Hambüchen gelingen? Ein Selbstläufer ist das nicht, zumal Routinier Marcel Nguyen wegen eines Sehnenanrisses in der Schulter ausfällt. Cheftrainer Andreas Hirsch setzt auf eine Truppe von soliden Mehrkämpfern, angeführt von Andreas Toba, dem "Hero de Janeiro" von Rio 2016. Hambüchen wird zwölf Jahre nach seinem WM-Triumph am Reck an gleicher Stelle als offizieller WM-Botschafter den Gastgebern die Daumen drücken.

Was ist von den DTB-Turnerinnen zu erwarten?

Eine sichere Olympia-Qualifikation als Team, obwohl Pauline Schäfer, Schwebebalken-Weltmeisterin von 2017, nur als Reservistin nominiert wurde. Lokalmatadorin Elisabeth Seitz dürfte im Mehrkampf eine gute Rolle spielen, mit einer gelungenen Übung sollte die deutsche Rekordmeisterin das Finale am Stufenbarren erreichen. An diesem Gerät gewann die Sportsoldatin 2018 in Doha WM-Bronze.

Wer wird der WM-Star?

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Rekord-Weltmeisterin Simone Biles kann sich fast nur selbst schlagen. Nahezu sämtliche WM-Bestmarken hat die Mehrkampf-Olympiasiegerin aus den USA schon gebrochen, ein Rekord allerdings fehlt noch: Noch nie ist es einer Athletin gelungen, alle sechs zu vergebenden Titel zu gewinnen.

Was ist noch interessant?

Die schier unverwüstliche Oksana Chusovitina kämpft im Alter von 44 (!) Jahren für Usbekistan um ihre achte Olympia-Teilnahme. Bereits 1992 in Barcelona wurde sie als Mitglied der GUS-Riege Team-Olympiasiegerin.

Was gibt es für die Athleten zu verdienen?

Verglichen mit den beiden anderen olympischen Topsportarten Leichtathletik und Schwimmen ziemlich wenig. Der Mehrkampftitel ist umgerechnet 4500 Euro, Gold am Gerät 2700 Euro wert. Leichtathletik-Weltmeister hingegen werden mit 55.000 Euro pro Titel belohnt, Schwimmer erhalten 18.000 Euro.

Wo ist die WM zu sehen?

Im SWR, in der ARD und im ZDF. Entweder im klassischen Fernsehen oder im Livestream.

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