Hambüchen (Foto: SWR)

Turnen | WM 2019 in Stuttgart Fabian Hambüchen teilt aus: "Instagram statt harter Arbeit"

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WM-Botschafter Fabian Hambüchen kritisiert die Jugend von heute scharf. Der Reck-Olympiasieger von 2016 vermisst bei den deutschen Nachwuchs-Turnern das "Feuer in den Augen".

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Fabian Hambüchen ist unzufrieden mit der derzeitigen Situation. Die deutschen Kunstturner gehören seit einigen Jahren nicht mehr zur Weltspitze. Der Ausfall von Barrenspezialist Marcel Nguyen kurz vor dem Beginn der Weltmeisterschaften 2019 in Stuttgart traf die Männerriege hart. Die Qualifikation für Olympia 2020: eine Herkulesaufgabe.

Ich habe mit Fünfzehn so Bock gehabt, den Großen mal so richtig an den Eiern zu ziehen.

Fabian Hambüchen bei SWR Sport

Der Ausfall des 32-jährigen Hoffnungsträgers zeigt deutlich, dass es dem Deutschen Turner-Bund an talentiertem Nachwuchs fehlt. Hambüchen sieht hier zum einen den Verband in der Pflicht: "Es mangelt an gut bezahlten Trainerjobs." Zum anderen hadert der Reck-Weltmeister von 2007 mit der Jugend von heute. Viele Jugendliche seien lediglich damit beschäftigt, "ihre Instagram-Kanäle zu betreiben", erklärt Hambüchen bei SWR Sport. Das "harte Arbeiten und das Feuer in den Augen" vermisse er bei den jungen Turnern.

Hambüchen nutzt selbst regelmäßig Soziale Medien wie beispielsweise Instagram. Vor allem aber "aus beruflicher Sicht", erläutert der 32-Jährige. "Diese Sozialen Netzwerke sind mehr Schein als Sein", ist sich Hambüchen sicher.

Wie die junge Generation damit umgeht, ist seiner Meinung nach sehr bedenklich: "Man sieht sie immer posten und posten, aber im Wettkampf kriegen sie nichts hin." Das sei aber nicht nur bei den Turnern der Fall, sondern insgesamt ein Problem der "jüngeren Gesellschaft".

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Hambüchen hatte in seiner aktiven Laufbahn andere Themen als tägliche Selbstvermarktung im Kopf: "Mir ging es früher nur um das Turnen, das war mein Ein und Alles". Und weiter: "Ich wollte so schnell wie möglich an die Spitze herankommen." Dass viele junge Menschen Influencer werden möchten, versteht Hambüchen nicht. Für ihn ist diese Tätigkeit nichts anderes, als die Influenza: "eine Krankheit."

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