Turnen (Foto: Imago, imago)

Turnen | WM in Stuttgart Deutsche Turnerinnen haben Olympia fest im Blick

Mit einem starken Qualifikationswettkampf haben die deutschen Kunstturnerinnen bei den Weltmeisterschaften in Stuttgart Kurs auf Olympia 2020 in Tokio genommen. Die Entscheidung fällt aber erst an einem anderen Tag.

Die deutschen Turnerinnen haben den ersten Qualifikations-Tag bei den Heim-Weltmeisterschaften in Stuttgart mit dem vierten Platz in der Team-Wertung abgeschlossen. Das Quintett mit Top-Turnerin Elisabeth Seitz, Sarah Voss, Kim Bui, Emelie Petz und Pauline Schäfer erreichte am Freitag 161,897 Punkte und landete damit am Ende hinter China (169,161), den starken Französinnen (166,713) und Kanada (162,922). Damit lag das DTB-Team im Kampf um insgesamt zwölf WM-Tickets für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio gut im Rennen.

Knapp wird es mit dem Erreichen des Mannschaftsfinale der besten acht Teams am kommenden Dienstag. Die Entscheidung fällt erst am Samstag, wenn alle 24 Teams an den Geräten waren. In der Einzelwertung belegen Seitz mit 54,999 Punkten und Sarah Voss (54,132) nach starken Darbietungen derzeit die Ränge sechs und sieben. Damit hat das Duo beste Chancen auf den Einzug ins Mehrkampf-Finals der besten 24 Turnerinnen.

Petz turnt eigenen Salto-Abgang am Stufenbarren bei der Turn WM in Stuttgart

Die deutsche Riege begann am Stufenbarren und freute sich über einen tollen Auftakt. Allein die erst 16 Jahre alte Petz verpasste nach einer Katschow-Grätsche den Holm beim Wiederfassen, musste das Gerät verlassen und lieferte die Streichnote. Die 16-Jährige turnte danach jedoch einen Salto-Abgang, den vor ihr noch nie eine Turnerin gewagt hatte. Aus dem Stalder-Umschwung, einer Riesenfelge mit gegrätschten Beinen katapultierte sich Petz in einen Vorwärtssalto und schraubte sich dabei noch einmal 360 Grad um die eigene Achse. Was kompliziert klingt, ist es auch. Im Katalog der patentierten Turnelement wird der "Petz" als D-Teil geführt.

Dauer

Seitz zeigte an ihrem Lieblingsgerät eine fehlerfrei Übung und wurde mit 14,800 Punkten belohnt. Auch Bui und Voss erlaubten sich keine Schwächen, so dass die DTB-Frauen in ihrer Gruppe in Führung lagen. Die junge Petz konnte ihre Nervosität bei ihrer WM-Premiere auch am Schwebebalken nicht ganz ablegen und musste erneut vom Gerät. Nicht viel besser machte es die ehemalige Balken-Weltmeisterin Schäfer, die erst am Donnerstag für die verletzte Sophie Scheder kurzfristig ins Team gerutscht war. Eine Absteiger und 11,800 Zähler genügten nicht ihren Ansprüchen an ihrem Paradegerät. Vor allem die deutsche Mehrkampfmeisterin Voss beeindruckte dagegen am Balken. Ihr schwieriger und fehlerfreier Vortrag wurde vom Kampfgericht mit 13,600 Punkten belohnt.

Absolut Verlass war auf die 25 Jahre alte Seitz, die mit 54,999 Punkten im Vierkampf einen Sahnetag erwischte und wie Voss (54,132) gute Chancen auf das Erreichen des Mehrkampffinale der besten 24 Einzelturnerinnen hat. Auch die 30-jährige Bui präsentierte sich gewohnt stabil und lieferte bei ihrem WM-Debüt am Boden die höchste Note (13.000) für ihr Team.

STAND