Andreas Toba bei der Turn WM in Stuttgart. (Foto: Imago, imago)

Turnen | WM in Stuttgart Andreas Toba will sein Finale "einfach nur genießen"

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Andreas Toba ist der tragische Held von Rio. Bei der Turn-WM in Stuttgart steht er an diesem Freitag im Mehrkampffinale der Männer. Sein Ziel ist es, sich noch einmal zu steigern - auch an den Geräten, die ihm weniger liegen.

"Genießen. Einfach nur noch genießen." Bei diesem Satz glänzen die Augen von Deutschlands Turner Andreas Toba. Als 13. mit 82,781 Punkten steht der 29-Jährige im Mehrkampf-Finale der besten 24. "Jeder kennt meine Geschichte, alle wissen, wie es mir die letzten Jahre so ging. Dass ich jetzt wieder turnen kann, ist für mich ein Privileg. Gerade hier in Stuttgart in dieser Halle turnen zu dürfen und mit dieser Stimmung. Das ist die Belohnung für die harten Jahre, die ich durchgemacht habe", sagt Toba gegenüber SWR Sport.

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Bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro ist Andreas Toba zum tragischen Helden geworden. Trotz eines Kreuzbandrisses turnte er am Pauschenpferd und sicherte damit der deutschen Mannschaft die Finalteilnahme. Und mit einer Finalteilnahme hat es auch bei der Heim-WM gereicht. Mit der Mannschaft verpasste er zwar das Teamfinale, qualifizierte sich jedoch für das Mehrkampffinale (Die Höhepunkte bei SWR Sport ab 23.30 Uhr im SWR Fernsehen).

Toba will den Mehrkampf aber nicht nur genießen, sondern sich auch steigern. "Ja, wie man mich kennt, bin ich natürlich nie zufrieden mit mir und so war es auch in der Qualifikation. Ich bin natürlich froh und glücklich darüber, dass ich einen ziemlich guten, normalen Wettkampf gebracht habe. Aber ich weiß für mich, dass es an der einen oder anderen Stelle definitiv noch Optionen für bessere Bewertungen und vor allem auch bessere Ausführungen gibt."

"Ein Gerät, das ich nicht so gerne mag, ist leider der Barren und aufgrund der Knieprobleme auch ein bisschen der Boden."

Andreas Toba gegenüber SWR Sport

Starten wird Andreas Toba am Pauschenpferd, ein Lieblingsgerät hat er allerdings nicht. "Es gibt Geräte, die man mehr oder weniger mag. Ein Gerät, das ich nicht so gerne mag, ist leider der Barren und aufgrund der Knieprobleme auch ein bisschen der Boden. Aber für mich sind alle Geräte im Fokus. Das war schon immer so und wird auch so bleiben."

Wichtig ist für den 29-Jährigen, an diesem Freitag einen sauberen Wettkampf an jedem Gerät abzuliefern, aber er hofft auch, "dass ich mich mit meinen Übungen im Mehrkampffinale wirklich bei allen bedanken kann. Weil das ist ja das, was ich den Zuschauern, meinen Freunden, meiner Familie und vor allen Dingen meiner Mannschaft zurückgeben kann."

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