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Die Corona-Pandemie hat auch die Turn- und Sportvereine hart getroffen. Unzählige Mitglieder haben die Vereine verlassen oder konnten nicht neu dazu gewonnen werden. Jetzt ist der Verband gefordert, den Entwicklungen entgegenzuwirken.

Der Schwäbische Turnerbund (STB) verzeichnet im Vergleich zum Vorjahr 2020 einen Verlust von über 30.000 Mitgliedern. Besonders die Altersgruppen von 0 bis 6 Jahren sind mit einem Schwund von 15 Prozent hart getroffen.

Zwar hat sich die Fluktuation im Vergleich zu den vorherigen Jahren kaum verändert, doch durch die Corona-Pandemie konnten die Vereine keine Angebote ermöglichen und dadurch auch keine neuen Mitglieder gewinnen.

In den jüngsten Altersgruppen ist das Vereinsleben besonders wichtig

Doch gerade in den jüngsten Altersgruppen ist ein Vereinsleben besonders wichtig. "Denn in diesem Alter wird der Grundstein dafür gelegt, dass die Kinder später ihr Leben lang etwas für ihre eigene Gesundheit tun", so der Geschäftsführer des Schwäbischen Turnerbunds, Matthias Ranke.

Ranke weiß um die schwierige bevorstehende Aufgabe, die Kinder wieder für den Turnsport zu begeistern und sieht "den Verband in einer gesellschaftlichen Verantwortung, die Mitglieder wieder zurückzugewinnen."

Corona hinterlässt Spuren

Die Kinderturnstiftung Baden-Württemberg führt im Rahmen der Initiative "Turnbeutelbande – Motorik-Test für Kinder" jedes Jahr verschiedene Tests mit Kindern im Alter von drei bis zehn Jahren durch. Dabei wird die Fitness der Kinder anhand von Schnelligkeit, Ausdauer, Kraft, Beweglichkeit und Koordination anonymisiert ausgewertet.

Besonders bei der Schnelligkeit und Ausdauer zeichnete sich bereits Ende letzten Jahres ein negativer Trend ab. Dieser bestätigte sich auch in diesem Frühjahr. Besonders der lange "zweite Lockdown" traf die Turnvereine hart.

Bewegungs-ABC soll die Kinder animieren

Um den Entwicklungen entgegenzuwirken, hat der Verband gemeinsam mit den Vereinen ein Bewegungs-ABC entwickelt. Das Online-Handbuch soll die Kinder dazu animieren, die fehlende Bewegung mit verschiedenen Übungen zu kompensieren.

Zusätzlich sollen die Vereine vom Verband offensiv angegangen werden, damit die Übungsleiter das Handbuch vor Ort an Kitas und Schulen weitergeben können, um dadurch die Kinder für mehr Bewegung zu animieren.

Ranke sieht den Verband in der Pflicht

Viele Übungsleiter in Turnvereinen arbeiten auf ehrenamtlicher Basis. Auch in diesem Bereich haben die Vereine einen deutlichen Mitgliederschwund zu beklagen. Um auch diese wieder für das Ehrenamt zu begeistern, sieht Ranke die Aufgabe des Verbands darin, "selbstkritisch mit den scheidenden Übungsleitern in den Dialog zu treten und diesen wieder mehr Wertschätzung entgegenzubringen."

Hierfür hat der Verband Anfang Mai ein Online-Forum aufgebaut. Damit ist der erste Schritt getan, doch der Schwäbischen Turnerbund hat in den kommenden Monaten noch viele weitere vor sich.

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