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Für die Turnerin Kim Bui führte die Olympiaverschiebung zuerst zu einer "Schockstarre", doch jetzt nutzt die 31-jährige die Zeit, um endlich ihre Masterarbeit zu beenden und sie entdeckt ganz neue Trainingsmethoden. 

An der Uni Stuttgart forscht Bui am Institut für Zellbiologie an neuen Formen der Krebstherapie. Bui kreiiert im Labor Aminosäuren, die dem Immunsystem helfen sollen, Krebszellen zu zerstören. "Es ist auf jeden Fall super interessant zu wissen, dass man dazu beiträgt, dass am Ende der Krebs vielleicht besser besiegt werden kann", sagt die zweifache Olympiateilnehmerin. Im Moment arbeitet sie an ihrer Masterarbeit, bringt die Ergebnisse ihrer Forschung im Labor zu Papier.

Seit zehn Jahren schafft die Tochter einer Vietnamesin und eines Laoten den Spagat zwischen Labor und Leistungsturnen. Sie kennt die langen Tage zwischen Balken und Bibliothek und hat dank ihrer guten Organisation und Zielstrebigkeit in beiden Sparten Erfolg.

Verschiebung von Olympia war eine "Schockstarre"

Die Olympiaverschiebung aber brachte sie kurz aus dem Gleichgewicht. "Ich wusste, das ist das olympische Jahr, ich werde mein ganzes Leben darauf ausrichten. Und dann heißt es, es ist um ein Jahr verschoben, das war wie eine Schockstarre!" Nach 16 Jahren Leistungsturnen wollte Bui 2020 nach Olympia ihre Karriere eigentlich beenden. Nach reiflicher Überlegung, entschied sie noch ein Jahr dranzuhängen. "Ich muss die Kim nicht motivieren. Wenn man sich für diesen Weg entscheidet, dann ist man motiviert", sagt ihr Coach im Kunstturnforum Stuttgart, Robbie Mai.

Mehr Krafttraining - weniger Hallentraining

Bui nutzt die Zeit jetzt für ganz neue Trainingsmethoden. Zusammen mit ihrer Trainingspartnerin Elisabetz Seitz hat sie sich entschlossen, mehr Krafttraining zu machen und weniger in der Turnhalle zu trainieren. Damit will sie den Körper stählen und neue Reize setzten für den langen Weg nach Tokio. Sie fühlt sich fit wie nie und findet durch das für sie neuartige Training auch neue Motivation. "Ich hatte noch nie in meiner ganzen Karriere Zeit, um bestimmte Dinge richtig zu Ende auszukurieren, um an Feinheiten zu arbeiten", sagt Bui. 

Verschiebung ist auch Chance Masterarbeit zu beenden

Zudem bietet die Olympiaverschiebung Bui die Chance, ihrer Masterarbeit an der Uni Stuttgart zu beenden. Hier bringt sie ihre Forschung aus dem Labor zu Papier. Eine mühsame Aufgabe, die aber für die EM-Bronzemedaillengewinnerin am Stufenbarren des Jahres 2011 zu einem ganz neuen Olympiagefühl im kommenden Jahr führen könnte. "Die Zielsetzung hat sich insofern verändert, dass ich jetzt die Masterarbeit definitiv vor den Olympischen Spielen fertig bekomme, dass ich wirklich den Kopf frei hab, um mich auf die Spiele zu konzentrieren."

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