Kim Bui (Foto: dpa Bildfunk, Marijan Murat)

Turnen

Für Turnerin Kim Bui ist Heimat mehr als nur ein Ort

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AUTOR/IN
Dorothee Büttner

Die gebürtige Tübingerin und dreifache Olympia-Teilnehmerin Kim Bui zählt zu den besten Turnerinnen in Deutschland. Heimat bedeutet für die Tochter einer Vietnamesin und eines Laoten das Zurückkommen und Entspannen in vertrauter Umgebung.

Seit ihrem vierten Lebensjahr lebt Kim Bui für das Turnen. Sie hat an zahlreichen Wettkämpfen auf der ganzen Welt teilgenommen und freut sich jedes mal, wenn sie zurück in ihre schwäbische Heimat kommt - dazu gehört auch das traditionelle Essen ihrer Mutter. "Spätzle gibt es bei uns nicht so oft. Meine Mutter kocht meist vietnamesisch und thailändisch".

Heimat: Ort und Gefühl

Neben dem Elternhaus in Ehningen bezeichnet Kim Bui das Stuttgarter Kunstturn-Forum als ihre zweite Heimat. Dort verbringe sie die meiste Zeit, sagt die 33-Jährige. Heimat bedeutet für sie aber vor allem das schöne Gefühl, von allem Stress aus Sport und Studium weit weg zu sein und sich entspannen zu können.

Heimat ist für mich ein Ort, wo man zurückkommen und Energie tanken kann. Wo ich mich fallen lassen und ich selbst sein kann. Deshalb ist Heimat auch ein Gefühl für mich.

Kim Bui und Simone Biles bei der Turn-WM in Katar 2018 (Foto: SWR, SWR / Kühner)
Kim Bui und Simone Biles bei der Turn-WM 2018 SWR / Kühner

Erfolg: im Sport und im Labor

Kim Bui wurde 2009 Deutsche Meisterin im Mehrkampf, gewann bei der EM 2011 die Bronze-Medaille am Stufenbarren. Noch ein Highlight: Die Turn-Weltmeisterschaften 2019 in der Stuttgarter Hanns-Martin-Schleyer-Halle. Dort qualifizierte sich Kim Bui mit dem deutschen Team für Olympia in Tokio. Sie nahm in ihrer langen Turnkarriere an Europa- und Weltmeisterschaften, sowie an drei Olympischen Spielen teil. Aber auch neben der Turnmatte ist sie zielstrebig. Das Studium der Technischen Biologie hat sie mit Bestnote abgeschlossen. Nach ihrer aktiven Sportler-Zeit möchte sie dem Turnen verbunden bleiben, in welcher Form, weiß sie noch nicht. Wenn es nach ihr gehe, sehr gern in ihrer schwäbischen Heimat.

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