Elisabeth Seitz bei der Turn-Europameisterschaft in München (Foto: IMAGO, IMAGO / Schreyer)

Turnen | Weltmeisterschaft

Elisabeth Seitz nach EM-Titel: "Lust auf mehr"

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Elisabeth Seitz ist Europameisterin am Stufenbarren und bereitet sich auf die Turn-Weltmeisterschaft in Liverpool vom 29. Oktober bis 6. November vor. SWR Sport hat sie im Olympiastützpunkt in Stuttgart besucht.

Wenn Elisabeth Seitz über ihren Titel am Stufenbarren bei den European Championships in München spricht, dann leuchten ihre Augen noch immer. Gut einen Monat ist es her, da triumphierte Seitz vor knapp 10.000 Zuschauern in der Olympiahalle. Ein berauschendes Gefühl. "Das war wie Olympia in klein. Man hat gemerkt, dass ganz München im Sportfieber war."

Gold am Barren, Bronze mit dem Team

Die Goldmedaille war Seitz' erster Titel auf der internationalen Bühne. Mit ihren Teamkolleginnen holte sie zudem Bronze im Mannschaftswettbewerb. Eine Bilanz die sich beeindruckender liest, wenn man Seitz' Vorbereitung auf die Heim-EM betrachtet. "Ich hatte nach den Olympischen Spielen in Tokio eine längere Pause und bin dann nach und nach ins Training eingestiegen", so Seitz. "Das Wichtigste war für mich, nicht wegen eines Termins fit zu werden, sondern so fit zu werden, wie es mein Körper braucht."

Es hat sich gelohnt. "Dadurch, dass es jetzt zur Goldmedaille gereicht hat, habe ich bestätigt, dass die Veränderungen, die ich vor der EM gemacht habe, richtig und gut waren", analysiert die Stuttgarterin, die im Zweifel sogar auf einen Start bei der EM im eigenen Land verzichtet hätte. "Ich habe mir gesagt: Wenn es zu der Europameisterschaft nicht reicht, gerade auch wegen der langen Pause, dann ist es halt so. Aber irgendwie haben mein Körper und ich das ganz gut geregelt bekommen."

Seitz: "Ich kenne meinen Körper"

Damit die Fitness auch bei der anstehenden Turn-Weltmeisterschaft in Liverpool auf dem Maximum bleibt, horcht Seitz immer wieder in ihren Körper hinein. "Bei mir ist es so, dass ich fast ausschließlich nach meinem Gefühl gehe", erklärt die 28-Jährige. Zahlen und Daten von Leistungstests spielen für sie nur eine untergeordnete Rolle. "Ich mache diesen Sport jetzt schon so lange, bin seit 2009 im Nationalteam. In der Zeit habe ich meinen Körper mehr als gut kennengelernt."

Momentan fühlt sich die gebürtige Heidelbergerin wohl. 2018 holte sie WM-Bronze am Stufenbarren. Bleibt sie fit, ist eine weitere WM-Medaille drin. "Mein Körper sagt mir: 'Go for it, aber pass' auf mich auf.' Genau so mache ich's." Dabei hat sie nicht nur Liverpool im Blick: "Ich habe auf jeden Fall Lust auf noch mehr. Lust auf die WM aber vor allem habe ich Lust auf den Weg zu den Olympischen Spielen. Der Weg ist nicht mehr ganz so weit."

2024 finden die Spiele in Paris statt. Elisabeth Seitz ist dann 30 Jahre alt. Es könnten ihre letzten Spiele sein und damit die letzte Chance auf eine olympische Medaille. Allerdings nur wenn ihr Körper mitspielt.

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