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Die Gefährdungslage durch das Coronavirus hat den Wettkampfsport auf unbestimmte Zeit gestoppt. Doch auch das Training wird den Top-Athleten durch gestrichene Reisen, Hallenschließungen oder andere Restriktionen erschwert.

So darf Weltklasseturner Marcel Nguyen vorerst in Stuttgart - seinem Wohnort - nicht mehr in der Halle trainieren. Die Stadt hat einem Antrag auf eine Trainingssondergenehmigung nicht entsprochen.

"Im Sinne unserer Turnerinnen und Turner, die sich zurzeit auf Olympia vorbereiten, bedauern wir diese Entscheidung. Aber über allem steht selbstverständlich die Gesundheit aller. Hier sind wir als Schwäbischer Turnerbund unserer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst. Wir werden nun die aktuelle Situation analysieren und das weitere Vorgehen besprechen. Bis dahin stehen die Trainerinnen und Trainer mit den Turnerinnen und Turnern digital im Austausch und halten so weit es möglich ist, ein Training zu Hause aufrecht", heißt es in einer Mittelung vom Schwäbischen Turnerbund.

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Nguyen: "Extrem schwierige Situation"

"Das ist aktuell eine extrem schwierige Situation für uns Sportler. Wir wissen nicht, wann und wie es weitergeht", sagte Nguyen im exklusiven Interview mit SWR-Sportredakteur Philipp Sohmer: "Ich komme aus einer langwierigen Verletzung (Sehnenverletzung in der linken Schulter, Anm. d. Red.) und brauche jede Trainingsminute, ja jede Trainingssekunde."

"Die Zeit rennt"

Von der Entscheidung der Stadt Stuttgart ist Nguyen "sehr enttäuscht. Wir wissen nicht, wie es weitergeht und wann unsere Qualifikationen sind. Die Zeit rennt".

Ein Patentrezept hat Nguyen nicht: "Ich muss mich anderweitig irgendwie fit halten und hoffen, dass eine anständige Lösung gefunden wird."

"Tokio ist noch sehr weit weg"

Sein großer Traum, die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Tokio 2020, wackelt. Nicht nur, weil aufgrund des Coronavirus unklar ist, ob das Event überhaupt stattfindet. Auch, weil Nguyen nicht richtig trainieren und keine Wettkämpfe bestreiten kann. "Tokio ist schon noch sehr weit weg. Mir fehlt noch einiges. Ich war gerade auf einem ganz guten Weg - und dann kommt so etwas unberechenbares dazwischen", sagte er.

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