Triathlon | Ironman-WM Sebastian Kienle: Ein Leben für Hawaii

Seit fünf Wochen trainiert Triathlet Sebastian Kienle aus Mühlacker bereits auf Hawaii für den Ironman. Mit dem SWR hat er über den großen Saisonhöhepunkt gesprochen.

Sebastian Kienle gewinnt 2017 als erster Triathlet zum dritten Mal die Ironman-EM in Frankfurt (Foto: SWR, Eibner)
Sebastian Kienle gewinnt 2017 als erster Triathlet zum dritten Mal die Ironman-EM in Frankfurt Eibner

Für Sebastian Kienle ist es das Triathlon-Großereignis schlechthin. "Das ganze Jahr ist auf dieses Rennen ausgelegt", sagte der Triathlet aus Mühlacker im Gespräch mit dem SWR über die Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii. Wie lange er dafür trainiert hat, sei "schwer zu sagen". Die unmittelbare Vorbereitung auf Hawaii "läuft seit circa fünf Wochen", insgesamt bereite sich Kienle aber schon "seit 20 Jahren" auf den härtesten Triathlon der Welt vor. 3,8 Kilometer Schwimmen, raus ins offene Meer und wieder zurück an Land. 180,2 Kilometer Radfahren bei böigen Seitenwinden von bis zu 80 Kilometern pro Stunde. 42,195 Kilometer Laufen bei 30 Grad im Schatten und immens hoher Luftfeuchtigkeit. Für Höchstleistungen unter den klimatischen Bedingungen der hawaiianischen Lavawüste muss man leben und das tut der 33-Jährige.

2014 konnte Sebastian Kienle erstmals den Weltmeistertitel auf Hawaii gewinnen. 2015 und 2016 triumphierte Jan Frodeno. Ein Duell mit seinem größten Konkurrenten sei auch dieses Jahr wieder möglich. "Auf dem Papier sind Jan Frodeno und ich aktuell die stärksten Athleten. Ich hätte nichts dagegen, wieder mit Jan um den Sieg zu kämpfen."

Große Konkurrenz in diesem Jahr

In diesem Jahr sei "es besonders schwer, da die Konkurrenz sehr stark ist". Neben Frodeno sieht Kienle "Lionel Sanders (CAN) und Ben Hoffman (USA)" ganz vorne. Auch der Drittplatzierte des vergangenen Jahres, Patrick Lange (Bad Wildungen), habe "große Chancen". Nach dem Dreifach-Erfolg in der vorherigen Saison, erwartet Kienle "definitiv" auch in diesem Jahr ein tolles Ergebnis der deutschen Starter. Es gehöre aber "auch immer ein wenig Glück dazu".

Während der Ironman-Saison haben neben Sebastian Kienle drei weitere Triathleten aus dem Südwesten genug Punkte gesammelt und sich so für die Titelkämpfe am kommenden Samstag (14.10.) auf Hawaii qualifiziert. Während der gebürtige Freiburger Andreas Böcherer allerdings aufgrund einer Fußverletzung absagen musste, strebt Markus Fachbach aus Lahnstein eine Top-10-Platzierung an. Der Rückkehrer war zuletzt 2009 auf Hawaii am Start.

Eine Platzierung unter den Besten auf Big Island hat Boris Stein aus Montabaur bereits in seiner Vita stehen. Im vergangenen Jahr kam er als Siebter ins Ziel und war damit fünftbester Deutscher. Auch in diesem Jahr will der 32-Jährige nach 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,195 Kilometer Laufen möglichst weit vorne landen.

Lob für die deutsche Nachwuchsarbeit

Für die deutsche Dominanz auf der Triathlon-Langstrecke sehe Kienle "mehrere Gründe". "Als Mitteleuropäer haben wir die richtigen Voraussetzungen, was den Körperbau angeht", erklärt der Weltmeister von 2014. Durch die "sehr gute deutsche Nachwuchsarbeit" werden diese Voraussetzungen optimal weiterentwickelt. Dazu komme, dass "der Erfolg zu mehr Medien-Aufmerksamkeit" führe, "was wiederum Sponsoren" anlocke. Dinge, die während der rund 8,5 Stunden andauernden Herausforderungen auf Hawaii in den Hintergrund rücken.

Von Tobias Faißt

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