Anastasia Bondareva spielt in der Damen Bundesliga für TTG Bingen-Münster-Sarmsheim.  (Foto: SWR)

Krieg in der Ukraine

Anastasia Bondareva: Verbunden der Ukraine und Russland

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Anastasia Bondareva spielt in der Tischtennis-Bundesliga für die TTG Bingen-Münster-Sarmsheim. Ihr Vater ist Russe, ihre Mutter aus der Ukraine. Da ist Streit programmiert, könnte man meinen. Doch die Familie hält zusammen und organisiert Hilfe für Ukrainer.

Konzentriert am Ball zu bleiben, fällt momentan schwer. Anastasia Bondareva spielt Bundesliga in Bingen-Münster-Sarmsheim, trainiert aber in Bensheim. Bis vor kurzem auch noch zusammen mit drei Ukrainern. Doch die sind kurz vor Kriegsbeginn zu ihren Familie in ihre Heimat gefahren und durften das Land seitdem nicht mehr verlassen, wie alle Männer mit ukrainischem Pass zwischen 18 und 60 Jahren.

"Das war wie eine Leere, die plötzlich entstanden ist. Ich hab auch mit ihnen gefühlt. Das tut einem Leid zu wissen, sie können gerade nicht hier sein, weil sie kämpfen müssen für ihr Land."

Familie hat Ukrainer bei sich zu Hause aufgenommen

Nicht nur im Verein ist der Krieg in der Ukraine ein Dauerthema. Auch zu Hause geht es um fast nichts anderes mehr. Bondarevas Mutter ist in der Ukraine geboren, ihr Vater kommt aus Russland. Früher war sie oft in beiden Ländern, die Deutsche fühlt sich in beiden Kulturen heimisch und spricht auch beide Sprachen. Aktuell hat die Familie sogar Menschen aus der Ukraine bei sich zu Hause aufgenommen.

"Meine Eltern sprechen oft darüber und tauschen sich aus, was die Standpunkte sind. Mein Vater ist in klarer Opposition zu Putin und das weiß meine Mutter. Deshalb gibt es da keine Konflikte."

Anastasias Großeltern leben noch in der Ukraine

Die Großeltern mütterlicherseits leben noch in der Ukraine, im Westen des Landes an der Grenze zu Rumänien. Noch (Stand 11. März) wird dort nicht gekämpft, aber die Auswirkungen des Krieges spüren sie. Die Familie hat dort viele Tiere, doch das Futter wird knapp. Der Luftalarm ging auch schon mehrfach. Anstasia Bondareva telefoniert fast jeden Tag mit ihren Großeltern und bekommt so das Leid vor Ort mit. Ablenkung bietet der Sport.

"Tischtennis ist momentan unser Zufluchtsort. Wir haben also auch andere Sachen, die wir besprechen können."

Auch Anastasia Bondarevas Vater, Andrej Bondareva, kann die Abwechslung gut gebrauchen. Er ist Tischtennis-Trainer in Bensheim. Seine Mutter lebt aber noch in Russland. Geld könne er wegen der westlichen Sanktionen aktuell nicht schicken, erzählt er. So reicht es gerade einmal zum Überleben. Anastasia Bondareva hofft daher, dass der Krieg bald vorüber ist und setzt auch auf die Kraft des Sports.

"Wir sollten nicht wegsehen. Wir sollten darüber sprechen. Die Macht der Worte und der Taten ist größer als alles andere. Ich glaube, so kann man das auch stoppen. Mit der Hilfe des Sports, wenn man klare Zeichen setzt."

Beim nächsten Heimspiel von Bingen-Münster-Sarmsheim am 20. März organisiert Anastasia Bondareva daher eine Hilfsaktion für die Menschen in der Ukraine.

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