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Ob auf Spiele der Männer gewettet wird oder auf Partien der Frauen - Profitennis gilt als anfällig für Manipulationen. Die Rede ist von einer regelrechten Wett-Mafia, weltweit aktiv, mit Umsätzen in Millionen-Höhe. Agiert wird oft direkt von der Tribüne aus - wie letztes Jahr im rheinland-pfälzischen Altenkirchen passiert.

Wichtigstes Hilfsmittel beim illegalen Wetten von den Zuschauerrängen aus ist das Smartphone. Viele Zuschauer nutzen es zwischendurch, so dass Betrüger kaum auffallen. Die Methode der Manipulateure: Geld auf das Ergebnis setzen, das sie auf dem Platz sehen, bevor es beim Wettanbieter im Internet auftaucht. Denn nach jedem Punkt ändert sich die Wettquote.

Dauer

Spezielle Tribünen-Beobachter von der ATP

Die Turnierorganisation ATP schickt deshalb sogar spezielle Tribünen-Beobachter, auch zum Turnier nach Koblenz. Turnierdirektor Heiko Hampl hatte die letzten Jahre keine Problem mehr, nachdem er zuvor aber gleich ein halbes Dutzend Verdächtige aus der Halle werfen musste.

Auch Bestechungsfälle sind im "weißen Sport" bekannt. Im Tennis reicht ja schon, einen der zwei Akteure zu schmieren. DTB-Präsident Ulrich Klaus kennt das Problem nur zu gut aus seiner Arbeit im Weltverband ITF. "Alle unsere Spieler müssen Erklärungen dagegen unterschreiben, wo harte Strafen angedroht werden - bis hin zu lebenslangen Sperren", so Klaus gegenüber SWR Sport.

Eine weitere Maßnahme, um die Manipulation von Spielerinnen und Spielern zu verhindern, ist, dass Außenstehende keinen Zutritt zur Spieler-Lounge erhalten. Doch klar ist: Manipulationen wird es im Tennis auch zukünftig geben, man kann nur versuchen, die Möglichkeiten zur Betrügerei zu minimieren.

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