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Es sind schon sehr spezielle French Open bei den Damen in diesem Jahr. Viele Favoritinnen sind längst wieder zu Hause. Dafür sorgen Spielerinnen, die vorher kaum jemand kannte, für Schlagzeilen. Auch Laura Siegemund aus Metzingen macht beim "Corona-Grand-Slam" auf sich aufmerksam.

Beim Blick auf das Turnier-Tableau der Damen kommen bei den French Open selbst ausgewiesene Experten ins Grübeln. Martina Trevisan, Nadia Podoroska, Barbora Krejcikova oder Paula Badosa - diese Namen waren vor dem Grand-Slam-Spektakel in Paris nur ausgewiesenen Kennern ein Begriff. Doch in Zeiten von Corona ist auch im Tennis alles anders.

Laura Siegemund: "Ein wirres Jahr"

"Ich glaube schon, dass das durch dieses wirre Jahr jetzt zustande kommt", sagte Laura Siegemund. Die 32-jährige Schwäbin profitiert selbst vom Chaos im Teilnehmerfeld. Durch ein hart erkämpftes 6:7 (5:7), 6:3, 6:0 gegen die an Nummer 13 gesetzte Kroatin Petra Martic steht Siegemund erstmals bei einem der vier Grand-Slam-Turniere im Einzel im Achtelfinale. Dort geht es nun am Montag gegen die Spanierin Badosa.

Die Nummer 87 der Welt warf zuvor die Lettin Jelena Ostapenko, Paris-Champion von 2017, aus dem Turnier - eine der vielen Überraschungen bei den vom Mai in den Herbst verlegten French Open. Serena Williams, Karolina Pliskova, Elise Mertens, Garbine Muguruza oder Angelique Kerber - die Liste der gesetzten Spielerinnen, die im Stade Roland Garros zu Beginn der zweiten Woche schon nicht mehr dabei sind, ist lang.

Siegemund als "Vielspielerin"

"Auch die großen Namen haben Schwierigkeiten reinzufinden", sagte Siegemund. Die Nummer 66 der Welt ist eine der Spielerinnen, die seit dem Neustart nach der monatelangen Corona-Pause besonders viel gespielt hat. Palermo, Prag, Cincinnati, New York (wo sie im Doppel triumphierte), Rom (Doppel) und jetzt Paris - Siegemund war praktisch überall dabei, wo es möglich war.

"Jede Spielerin hat da ihren eigenen Weg gewählt. Ich glaube, mir hat es gut getan, so viele Erfahrungen wie möglich zu machen", sagte Siegemund. Denn das Leben auf der Tennis-Tour hat in Corona-Zeiten nichts mit dem zu tun, wie es in normalen Zeiten war. Ständige Corona-Tests, strenge Hygieneregeln, Leben in der sogenannten Hotel-Blase und nun im Pariser Herbst auch noch die Wetterkapriolen. "Das verlangt den Spielerinnen schon sehr viel ab", sagte Deutschlands Tennisdamen-Chefin Barbara Rittner.

Und nicht alle kommen mit diesen speziellen Herausforderungen gut zurecht. Angelique Kerber machte bei ihrer klaren Auftaktniederlage zum Beispiel zu keiner Sekunde den Eindruck, als wolle sie wirklich in Paris sein. Andere passen sich besser an die Situation an. Und so ist nicht ausgeschlossen, dass es in diesem Jahr eine Überraschungssiegerin gibt. Und so darf auch Laura Siegemund hoffen, dass ihr Höhenflug anhält.

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