Boris Becker im Jahr 1991 (Foto: imago images, imago images / Kosecki)

Tennis | Historie

Vor 30 Jahren: Boris Becker wird die Nummer eins der Tenniswelt

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Am Mittwoch ist es 30 Jahre her: Am 27. Januar 1991 gewinnt Boris Becker aus Leimen die Australian Open in Melbourne und steht damit als erster Deutscher auf Platz eins der Weltrangliste im Herren-Tennis.

"Ich kann das selbst noch gar nicht richtig begreifen." Boris Becker sitzt mit verschränkten Armen beim Interview mit ARD-Reporter Hans-Jürgen Pohmann und spricht über einen der emotionalsten Momente seiner Karriere. Knapp zwei Stunden zuvor war Becker direkt nach dem Endspielsieg gegen Ivan Lendl aus der Tennisarena in Melbourne gerannt. Seine Gefühle galoppierten mit ihm davon. "Ich bin raus in den Park gelaufen. Ich wollte nicht mehr auf den Platz zurück, sondern wollte nur noch mit mir allein sein. Aber da ist zum Glück einer hinter mir her gerannt und hat mich zurückgeholt."

Heilende Hände und Siegeswille

Dabei stand das Finale bei den Australian Open an diesem 27. Januar 1991 in Melbourne unter keinem guten Stern. Den ersten Satz verlor Becker gegen Ivan Lendl, den Sieger der beiden Vorjahre, klar mit 1:6. Den 23-jährigen Leimener plagte eine Verspannung der Rückenmuskulatur, er konnte sich kaum bewegen, mehrmals musste er sich von seinem Physiotherapeuten behandeln lassen. Der aber vollbrachte das Wunder - dank einer "heißen Creme" und Massage.

Hinzu kamen Beckers Kernqualitäten: Unbedingter Siegeswille und Konzentration. Um 17:11 Uhr australischer Zeit verwandelte der Deutsche nach zwei Stunden und 51 Minuten Spielzeit seinen zweiten Matchball. Mit diesem Sieg wurde Becker zur Nummer eins der Tennis-Weltrangliste. Zwölf Wochen thronte "Bobbele" dort oben.

Erfolgscoach Bob Brett gestorben

Beckers damaliger Trainer, Bob Brett, kann den 30. Jahrestag dieses großen Triumphes nicht mehr miterleben. Der Australier starb vor drei Wochen im Alter von 67 Jahren nach einem Krebsleiden. Unter seinem Coach Bob Brett hatte Becker bereits 1989 in Wimbledon und bei den US Open in New York gewonnen. Insgesamt hatten Becker und Brett, der 1987 die Nachfolge von Günther Bosch angetreten hatte, rund vier Jahre zusammen gearbeitet.

Boris Becker and Coach Bob Brett Wimbledon 1989 (Foto: imago images, imago images / Paul Zimmer)
Boris Becker mit seinem damaligen Coach Bob Brett 1989 in Wimbledon: Insgesamt vier Jahre arbeiteten die beiden zusammen. Am 5. Januar 2021 starb der Australier im Alter von 67 Jahren nach einem Krebsleiden. imago images / Paul Zimmer

Boris Becker gewann insgesamt 49 Titel im Einzel sowie 15 im Doppel. Darunter waren sechs gewonnene Grand-Slam-Turniere. Zudem gewann er zwei Mal den Davis Cup und holte einmal Gold bei den Olympischen Spielen. 1999 beendete er seine Tenniskarriere.

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