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Die Corona-Zwangsunterbrechung stellt viele Sportvereine und -verbände in Baden-Württemberg vor große Probleme. Finanzielle Sorgen und Existenzängste wachsen. Die Landesregierung unterstützt sie mit einem millionenschweren Soforthilfeprogramm, das jetzt bis Juni verlängert wurde.

Weiterhin kein grünes Licht für den Sport in Baden-Württemberg: Die Bundesländer sprechen sich für eine Verlängerung des Teil-Lockdowns bis vorerst zum 20. Dezember aus, zunächst sind keine Lockerungen für den Sport geplant. Für die mehr als 11.000 Sportvereine und -verbände in Baden-Württemberg bedeutet das: Existenzielle Nöte werden weiter größer, wichtige Einnahmequellen fehlen.

Landesregierung setzt Corona-Hilfe auf

Mit der knapp zwölf Millionen Euro schweren "Soforthilfe Sport" unterstützt die Landesregierung Vereine und Verbände in Baden-Württemberg bereits seit Ende Juni. Rund 90 Prozent des Hilfsfonds seien bereits bewilligt, 80 Prozent bisher ausbezahlt worden, sagt Thomas Müller vom Württembergischen Landessportbund im Gespräch mit SWR Sport. Das Land hat die finanzielle Unterstützung nun bis zum 30. Juni 2021 verlängert. Sportfachverbände und -vereine, die durch die Pandemie in finanzielle Not geraten sind, können online oder per Post einen Antrag beim jeweiligen Sportbund stellen (Links in der Infobox).

Schnelle Hilfe ohne bürokratische Hürden

Einen Antrag auf die Soforthilfe können alle gemeinnützigen Sportvereine und -verbände stellen, die einem der drei Sportbünde im Land angehören und nicht bereits am Jahresende 2019 in wirtschaftlichen Schwierigkeiten gewesen sind. Dazu muss ein Antrag ausgefüllt werden, der auf der Website des jeweiligen Sportbundes zu finden ist. In jedem Fall muss dabei ein Liquiditätsengpass von über 1.000 Euro nachgewiesen und plausibel dargestellt werden. Das heißt, es muss aufgezeigt werden, dass die laufenden Ausgaben durch die Einnahmen bis zum Jahresende nicht gedeckt werden können. Zweckgebunde Rücklagen, beispielsweise für die Instandhaltung der Sportstätten oder Anschaffungen von Sportgeräten, fallen dabei nicht ins Gewicht. So sollen die Zukunftsaussichten der Vereine auch über das Jahr hinaus gesichert werden. Sollte der Jahresabschluss des jeweiligen Vereins oder Verbandes jedoch positiv ausfallen, muss die Soforthilfe - zumindest anteilig - zurückgezahlt werden.

Großteil der Anträge bewilligt

Durch die "Soforthilfe Sport" können die Vereine in Baden-Württemberg maximal 15 Euro pro Mitglied erhalten. In besonders schweren Fällen besteht die Möglichkeit der Einzelfallprüfung, auch ein Zweitantrag ist unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Insgesamt sind bisher über 700 Anträge bei den drei Sportbünden eingegangen. Abgelehnt wurde auf Nachfrage von SWR Sport bisher kaum einer.

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