Sedat Sevsay ist Trainer beim Ringerverein ASV Schorndorf (Foto: IMAGO, IMAGO / Zink)

Ringen | Deutsche Meisterschaft

Große Betroffenheit: Das Ringerfinale Schorndorf gegen Mainz im Zeichen des Erdbebens

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Michael Bollenbacher

Die Finalteilnehmer um die deutsche Meisterschaft, der ASV Schorndorf und der ASV 88 Mainz, haben jeweils Verantwortliche mit türkischen Wurzeln. Der Schorndorfer Ringer Hamza Alaca ist in die Erdbeben-Region in die Türkei gereist, auch ein Mainzer Ringer der Rückkampf in Stuttgart steht im Zeichen der Solidarität.

Sedat Sevsay spricht mit belegter Stimme. "Ich habe sofort an unseren Sportler Hamza Alaca gedacht, der aus der Region kommt", sagt der 49-jährige Trainer der Schorndorfer Bundesliga-Ringer. Man hört, dass Sevsay das Erdbeben und dessen Folgen in der Türkei und Syrien bewegen. Der gebürtige Göppinger, dessen Familie aus Istanbul stammt, ist zwar nicht direkt betroffen. Doch er fühlt mit Hamza Alaca, dem 22-jährigen Ringer, der für Schorndorf kämpft. Alaca ist inzwischen in seine Heimat Kahramanmaras im südlichen Teil Anatoliens gereist. Die Stadt ist stark vom Erdbeben betroffen.

Acht tote Ringer in der Heimat von Hamza Alaca

"Ihm und seinen Eltern geht es Gott sei Dank gut, doch der Sportkomplex, wo er öfter trainiert, ist eingestürzt." Unter den Trümmern seien 30 bis 40 Sportler begraben worden. Stand Dienstag seien mindestens acht Ringer aufgrund des Erdbebens gestorben. Acht weitere Ringer seien gerettet worden. "Natürlich ist es jetzt ein Rennen gegen die Zeit, und viele Menschen werden weiterhin vermisst", ergänzt Sevsay.

Auch aus dem Mainzer Team stammt ein Sportler aus der Region und ist unmittelbar betroffen. Er sei bereits am Montag mit dem Auto und vielen Hilfsgütern in seine Heimat gefahren und werde beim Finalkampf am Samstag nicht dabei sein, so der Vorsitzende der Mainzer Ringer weiter.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO sind etwa 23 Millionen Menschen in Syrien und der Türkei von den Erdbeben betroffen, die Zahl der Opfer steigt stündlich. Das türkische Sportministerium hat bis auf Weiteres alle Sportveranstaltungen gestoppt, auch die türkischen Ringermeisterschaften wurden abgesagt.

Der Schorndorfer Ringer Hamza Alaca reiste in seine türkische Heimat Kahramanmaraş. Die Stadt ist stark vom Erdbeben betroffen. (Foto: IMAGO, IMAGO / United World Wrestling)
Der Schorndorfer Ringer Hamza Alaca reiste in seine türkische Heimat Kahramanmaraş. Die Stadt ist stark vom Erdbeben betroffen. IMAGO / United World Wrestling

Schorndorfs Sedat Sevsay ist ständig in Kontakt mit seinem jungen Ringer Hamza Alaca. "Er ist sehr niedergeschlagen und erschüttert." Zwei ihm sehr nahe stehende Freunde seien tot.

Olympiasieger Taha Akgül ruft zur Hilfe vor Ort auf

Von der weltweiten Ringer-Community gebe es viel Solidarität. Auch der türkische Olympiasieger Taha Akgül hat dazu aufgerufen, vor Ort zu helfen. Solidaritätsbekundungen werde es auch am Samstagabend in Stuttgart geben, erzählt Sedat Sevsay. Dann tritt im Duell Baden-Württemberg gegen Rheinland-Pfalz der Vizemeister ASV 88 Mainz im Finale gegen den ASV Schorndorf an. Mainz hat das erste Play-off-Finale um die deutsche Meisterschaft vergangenes Wochenende mit 14:13 gewonnen.

Ausverkaufte Scharrena - Schorndorf hofft auf Heimstärke

Beim Rückkampf in der ausverkauften Scharrena wird es eine Schweigeminute geben, weitere Aktionen werden vom Deutschen Ringer-Bund aktuell noch geplant. Auch der erste Vorsitzende des ASV 88 Mainz, Baris Baglan, hat türkische Wurzeln.

Sportlich wird laut Ringer-Trainer Segat Sevsay die Mannschaft gewinnen, die den größeren Teamspirit an den Tag legt. "Der ASV Schorndorf hat sich diese Saison als sehr heimstarke Mannschaft präsentiert." Die Schorndorfer hoffen, dass das Publikum sie als elfter Mann zum Titel schreit. Unterstützung und Solidarität. Beides ist in diesen Tagen noch ein bisschen wichtiger geworden.

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