Frank Stäbler (Foto: Imago, SWR, Imago Sportfotodienst)

Ringen | Auszeichnung Frank Stäbler zwischen Himalaya und Olympia

Frank Stäbler geht gern an seine Grenzen. Nicht nur sportlich, sondern auch abseits der Ringer-Matte. Der Deutsche Ringer Bund kürte Stäbler nun zum Ringer des Jahres 2018.

Seit knapp sechs Wochen feiert das Fünftausend-Seelen-Dorf Musberg einen dreimaligen Weltmeister. In Las Vegas 2015, in Paris 2017 und nun auch in Budapest 2018 gewann Frank Stäbler Gold. Und das in drei verschiedenen Gewichtsklassen. Nun kam noch eine weitere Ehrung dazu: Vom Deutschen Ringer Bund erhielt Stäbler die Auszeichnung "Ringer des Jahres 2018". Es ist bereits das fünfte Mal, dass der Titel an Frank Stäbler vom KSV Musberg vergeben wurde.

Dauer

Stäbler: "Das Jahr meines Lebens"

Für Stäbler selbst ist es wenige Woche nach dem erneuten WM-Sieg immer noch ein unglaubliches Gefühl: "2018 war einfach das Jahr meines Lebens. Ich habe durch den Titelhattrick, wie ich diese Mission nenne, nicht nur mein eigenes Ziel erreicht, sondern auch die Ziele für die Sportart Ringen: Ich habe es geschafft, diese Randsportart etwas bekannter zu machen und auf das nächste Level zu heben."

Trotz des erneuten Erfolges weiß Stäbler aber auch, dass es vor allem in diesem Jahr besonders schwer war: "Weltmeister werden, ist das eine. Aber Weltmeister zu bleiben – dafür muss man hart arbeiten", sagt der 29-Jährige. Und genau das hat Stäbler gemacht. Er hat an seinem Traum festgehalten und sich sowohl körperlich als auch mental perfekt vorbereitet.

Stäbler: "Ich wollte einfach etwas zurückgeben"

Gut vorbereitet und lange geplant war auch Stäblers Reise für ein Charity-Projekt im Himalaya-Gebirge im November. Dort eröffnete der Ringer-Weltmeister unter anderem ein Krankenhaus und besuchte Schulen. "Ich bin so dankbar für meine Erfolge und für all das, was ich habe. Ich wollte einfach etwas zurückgeben. Deswegen habe ich mich dazu entschieden, soziale Projekte am Himalaya zu unterstützen", so Stäbler. Der Trip hatte für ihn selber aber nicht nur Positives.

So wie das Charity-Projekt Stäbler am Herzen lag, so war ihm auch ein persönliches Ziel ganz wichtig: den 5.360 Meter hohen Renjo La-Pass zu besteigen. "Ich wollte wieder eine Grenzerfahrung erleben. Nicht nur sportlich, wie zuletzt bei der WM, sondern auch körperlich", sagt Stäbler. Mit dabei waren sein Bruder Stefan, Vater Theo, Trainer Markus Scheibner und der Arzt Matthias Baumann.

"Für mich war es schon wie ein kleines Wunder, denn ich war kurz vorm Abkratzen."

Frank Stäbler

Doch nur wenige Minuten nachdem Frank Stäbler freudestrahlend ein Foto im Ringer-Trikot auf dem Gipfel macht, wird er plötzlich höhenkrank. "Sofort mussten wir wieder den Berg runter. Ich dachte, mein Schädel platzt. Ich war so schlapp und musste mich sogar übergeben. Unten angekommen bekam ich dann Medikamente und Sauerstoff. Mein Arzt meinte, solch eine Geschichte kann auch anders ausgehen. Für mich war es schon wie ein kleines Wunder, denn ich war kurz vorm Abkratzen."

Bis Olympia 2020 müssen noch acht Kilo runter

In naher Zukunft will Stäbler mit den Fünftausender erst einmal weniger zu tun haben. Er fokussiert sich sportlich voll und ganz auf Olympia 2020 in Tokio. Im kommenden Jahr gilt es, die Qualifikation perfekt zu machen. Der Weg dahin ist hart. "Bei den Olympischen Spielen gibt es leider nicht meine aktuelle Gewichtsklasse (72 Kg). Bis dahin müssen noch acht Kilo runter. Und gleichzeitig muss ich eine gute Leistung bringen", sagt Stäbler. Für ihn steht zudem fest, dass er seine Karriere nach den Olympischen Spielen 2020 beenden will.

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Nicht nur sportlich hatte das Jahr für Stäbler einen Höhepunkt, sondern auch privat. Ende April wurde seine Tochter geboren. Allerdings bleibt neben Presseanfragen, intensivem Training und vielen internationalen Wettkämpfen nicht immer so viel Zeit für das Privatleben, wie er sich wünscht. Deshalb setzt sich Stäbler auch privat neue Ziele: "Mein Baby ist jetzt zehn Monate alt. Im Prinzip habe ich durch meinen straffen Tagesplan ihr halbes bisheriges Leben verpasst. In Zukunft will ich da mehr Abstriche machen und die Zeit, die ich habe, intensiver mit meiner Familie verbringen."

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