Deutsche Ringerliga gewinnt vor Gericht. (Foto: Imago, Baumann)

Ringen | Liga-Streit Ringerliga gewinnt Rechtsstreit

Die junge Deutsche Ringerliga (DRL) hat den Rechtsstreit gegen den Deutschen Ringer Bund (DRB) gewonnen. Athleten, die in der DRL starten, dürfen nicht mehr gesperrt werden.

Fünf Ringervereine haben sich 2016 im Streit vom Deutschen Ringer-Bund abgespaltet und eine eigene Liga gegründet. Die Deutsche Ringerliga (DRL) startete 2017 in ihre erste Saison und hatte bislang große Probleme, deutsche und internationale Spitzenathleten auf die Matte zu bringen.

DRB und Weltverband drohten mit Sperren

Der Grund: Sowohl der Deutsche Ringer Bund als auch der Weltverband (UWW) erkennen die DRL nicht an. Beide Verbände hatten Ringern, die in der DRL kämpfen, mit Sperren gedroht. Deshalb startete in den vergangenen beiden Jahren kein Ringer aus der deutschen Nationalmannschaft in der DRL. Die Sportler befürchteten, nicht für internationale Turniere nominiert zu werden, wenn sie in der DRL kämpfen.

Nun hat das Landgericht Nürnberg-Fürth entschieden, dass die Ringer, die in der DRL starten, nicht gesperrt werden dürfen. "Sanktionen und Androhungen von Sanktionen gegen in der DRL startende Athleten seitens des nationalen oder internationalen Dachverbandes werden zukünftig mit empfindlichen Strafen geahndet”, fasst die Deutsche Ringerliga das Ergebnis zusammen. DRB und UWW müssen 250.000 Euro Strafe zahlen, falls sie erneut die Athleten mit Sperren bedrohen.

Keine Strafen mehr für deutsche Sportler

Die Richter des Landgerichts Nürnberg-Fürth haben entschieden, dass der DRB keine deutschen Ringer von internationalen Wettkämpfen ausschließen darf. Dadurch erhofft sich die DRL mehr deutsche Sportler und neue Vereine in ihrer Liga. Bislang hatte die DRL Probleme, in ganz Deutschland akzeptiert zu werden, weil in der Liga nur fünf Vereine mit hauptsächlich ausländischen Sportlern gekämpft haben.

Ringen zur nächsten Saison mehr Deutsche in der DRL?

Um mehr Anerkennung zu bekommen, braucht die Deutsche Ringerliga mehr Vereine und deutsche Sportler. Unwahrscheinlich ist allerdings, dass sich schon zur nächsten Saison weitere Klubs der Liga anschließen. Die Vereine, die in der vergangenen Saison in der Liga des Deutschen Ringer-Bundes gestartet sind, haben dem DRB bereits ihre Zusage für die kommende Saison gegeben.

Ähnlich schwierig gestaltet sich die Situation bei den nationalen Sportlern. Die deutschen Spitzenringer, wie Olympiamedalliengewinner Denis Kudla vom SV Alemannia Nackenheim, haben bereits ihre Verträge verlängert und werden auch in der nächsten Saison in der Liga des Deutschen Ringerbundes starten.

Spaltung der Ligen schadet dem Ringen in Deutschland

Das Gerichtsurteil ist für die Deutsche Ringerliga ein Erfolg, doch der Ringkampfsport in Deutschland bleibt mit zwei Meisterschaften weiterhin gespalten. Das schadet der Sportart, was die zurückgehenden Zuschauerzahlen beweisen. Ringerfans in Rheinland-Pfalz müssen wegen der Spaltung auf das Derby zwischen den beiden Traditionsvereinen ASV Mainz 88 und VfK Schifferstadt verzichten.

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