Markus Scherer (Foto: picture-alliance / Reportdienste, dpa/Markus Gilliar)

Ringen | Personalie Markus Scherer - mit dem Ringen verheiratet

Vor wenigen Wochen noch ließ er die Sektkorken zur DRL-Meisterschaft knallen, jetzt hat Markus Scherer seinen Rücktritt als Trainer des VfK 07 Schifferstadt erklärt. Mit dem Ringen abgeschlossen hat er aber nicht.

"Man soll aufhören, wenn’s am Schönsten ist", sagt er dazu. Scherer bekennt aber auch, dass ihm die Zusatz-Belastung – Griechisch-Römisch-Trainer beim DRL-Meister – einfach zu groß wurde.

Aus der Oberliga in die Bundesliga geführt

Dabei ist Markus Scherer seit Jahrzehnten DAS Gesicht des VfK Schifferstadt. Er war als Sportler und Trainer Deutscher Mannschaftsmeister mit dem VfK und führte nach der Insolvenz den neuen VfK 07 aus der Oberliga zurück in die Bundesliga. Jetzt, zwei Jahre nach der Spaltung von Ringerbund und Ringerliga, hat er mit der DRL-Meisterschaft einen Erfolg geschafft, den er nicht mehr toppen kann.

Olympia-Silber, Vize-Weltmeister und Europameister

Das heißt aber nicht, dass der 56-Jährige mit dem Ringen aufhört. Schließlich ist er Trainer des Landessportbundes am Olympiastützpunkt – eine Funktion, die ihm auf dem Leib geschrieben ist. Er kann mit jungen Menschen, hat mehrere Deutsche Meister entwickelt – und internationale Stars geformt. Das Kunststück: er selbst war ein Weltklasse-Ringer, holte in Los Angeles 1984 Olympisches Silber, war Vize-Weltmeister und Europameister. Von seinen 10 Einzel-Titeln als Deutscher Meister ganz zu schweigen.

Genau 50 Jahre ist es her, seit er mit Ringen anfing: "Meine Brüder begannen jeweils mit sechs Jahren – und ich habe das dann auch gemacht", sagt er. Er wollte besser werden als seine Brüder. Der Nachteil: die waren verdammt gut. Vorteil: Markus wusste, an wem er sich zu orientieren hatte – und wurde der Erfolgreichste der drei Scherers. Der Erfolg hatte seinen Preis: "Wenn Du Erfolg willst, musst Du Egoist sein, dann kann auch die Familie darunter leiden". Nach zwei Ehen musste Markus Scherer feststellen: eigentlich ist er mit seinem Sport verheiratet.

Sohn Marvin ist ebenfalls Bundesliga-Ringer

Geblieben ist ihm ein Sohn, Marvin, ebenfalls Bundesliga-Ringer, aber vor allem ein angenehmer und sympathischer Mensch, auf den Markus sehr stolz ist. So bereut er nach 50 Jahren im Ringersport nichts. Auch nicht, dass er in den 90ern seine Stelle als Beamter aufgab, um Trainer zu werden: "Ich habe ein tolles Ringerleben geführt und würde jetzt sofort wieder das Trikot anziehen und das Ganze wieder von vorne anfangen."

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