Der Ringer Eduard Popp (Foto: Imago, GEPA Pictures)

Ringen | Personalie Eduard Popp: Das Schwergewicht aus Heilbronn will nach Tokio

Eduard Popp ist einer der besten deutschen Ringer und Serienmeister im Schwergewicht. Am Samstag (ab 14 Uhr) ist er zu Gast in der Sendung SWR1 Stadion auf der Bundesgartenschau in Heilbronn.

Der Mann ist ein echtes Schwergewicht. Mit runden 130 Kilo auf der Waage und vor allem auch auf der Ringermatte. Eduard Popp ist der Beste bei den Schwersten: "Ich bin Ringer aus Leidenschaft", sagt das Kraftpaket über sich selbst, "und ich liebe diesen Sport" . Beim Ringen, schwärmt Eduard Popp, braucht man alles: "Ausdauer, Kraft, Koordination, mentale Stärke, Technik und Taktik". Der Heilbronner ist national seit Jahren im Griechisch-Römischen-Stil fast nicht zu schlagen. Erst Ende Mai wurde der 27-Jährige von den Red Devils Heilbronn in Kaufbeuren zum vierten Mal Deutscher Meister.

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Popp: "Nur dabei sein ist zu wenig für mich"

"Eddie", wie ihn alle nennen, ist ehrgeizig bis unter die kurz geschnittenen Haarspitzen: "Wenn man an einem Wettkampf teilnimmt, dann will man auch alles abrufen und vorne dabei sein", so der Kampfsportler, "nur dabei zu sein, das ist nicht alles für mich". Mit dem allgemeinen olympischen Motto kann Eduard Popp also relativ wenig anfangen. Wenn es anders wäre, wäre er vermutlich sportlich auch nie so weit gekommen.

"Größtes Ziel ist Tokio 2020"

Bei den Sommerspielen 2016 in Rio de Janeiro erkämpfte sich der in Russland geborene Hüne immerhin Platz fünf. Auch bei der WM und der EM wurde Eduard Popp bereits Fünfter. Das sportliche Highlight 2019 ist für den Ringer die Weltmeisterschaft im Herbst in Kasachstan. Dort will er sich mit mindestens Platz fünf für sein "größtes Ziel, die olympischen Spiele im nächsten Jahr in Tokio" qualifizieren. Ein Ziel, dem er "alles unterordnen möchte". Sollte es mit der Direkt-Qualifikation für Tokio nicht klappen, gibt es noch die Chance über diverse internationale Turniere zum Jahresende.

Popp will mit Heilbronn Deutscher Meister werden

Bis 2020 ist die Zukunft des Familienvaters auch in der Ringer-Bundesliga geklärt. Eduard Popp unterzeichnete vor einigen Wochen einen neuen Vertrag in Heilbronn. Mit den Red Devils feierte der Schwergewichtler Anfang des Jahres die deutsche Vize-Meisterschaft, die Unterländer mussten sich erst im Finale Wacker Burghausen geschlagen geben. Klar, dass Popp auch in der Bundesliga die nächste Stufe erklimmen möchte: "Mit meinem Heimatverein Deutscher Meister werden, das wäre ein Traum."

Schon mit fünf Jahren stand Eddie auf der Matte

Bereits als fünfjähriger Knirps stand Eddie einst im Heilbronner Stadtteil Neckargartach zum ersten Mal auf der Matte. Angeleitet von seinem Vater Jakob, einem ehemaligen erfolgreichen Ringkämpfer der Sowjetunion, entwickelte sich Eduard Popp ebenfalls zum Top-Ringer. Seinem Heimatverein ist er dabei bis heute stets treu geblieben.

Auch als Fußballer hatte er großes Talent. Nachdem sein Vater 2003 bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen war, widmete sich Sohn Eddie ganz dem Mattenkampf. Eduard Popp wollte in die Fußstapfen seines Vaters treten. Es ist ihm gelungen.

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