Pasquale Pasarelli (Foto: Imago, imago/Sven Simon)

Ringen | Prozess Aufstieg und Fall der Ringer-Legende Passarelli

Der ehemalige Ringer und Olympiasieger Pasquale Passarelli war in den 1980er Jahren eine Legende seines Sports. Seit Oktober steht er vor Gericht, zwischenzeitlich saß er in Untersuchungshaft.

Der Prozess gegen den Ex-Ringer Pasquale Passarelli und zwei weitere Angeklagte ist am Dienstagmorgen vor dem Landgericht Frankenthal fortgesetzt worden. Ursprünglich sollte es der letzte Verhandlungstag sein. Das Urteil soll laut Gericht aber erst am 8. Februar verkündet werden. Der vorsitzende Richter begründete die Verschiebung mit dem großen Beratungsbedarf. Die Staatsanwaltschaft hat für Pasquale Passarelli vier Jahre und acht Monate Haft gefordert. Innerhalb der Gruppe soll er jedoch nur eine untergeordnete Rolle gespielt haben. Laut Staatsanwaltschaft hat er dennoch den Drogenhandel mehrfach unterstützt.

Verteidiger fordert Freispruch für Passarelli

Für die anderen beiden Angeklagten hat die Staatsanwaltschaft Haftstrafen von sieben bzw. acht Jahren beantragt. Der Verteidiger von Pasquale Passarelli forderte in seinem Plädoyer dagegen einen Freispruch. Im Laufe des Prozesses hatten die Mitangeklagten Passarelli nach Angaben eines Gerichtssprechers entlastet. Und auch er selbst stritt die Vorwürfe ab. Im Gegensatz zu den anderen beiden Angeklagten wurde Passarelli bereits aus der Untersuchungshaft entlassen.

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Probleme im Leben nach der Ringer-Karriere

Ihm wird bandenmäßiger Handel mit Betäubungsmitteln vorgeworfen. Laut Anklage soll Passarelli zusammen mit zwei anderen Männern Cannabis angebaut und damit gehandelt haben. Dazu soll er eine Wohnung in Östringen (Baden-Württemberg) und eine weitere Wohnung in Mutterstadt (Rheinland-Pfalz) genutzt haben.

Nach Angaben eines Gerichtssprechers wurden insgesamt knapp 17 Kilogramm Cannabis sichergestellt. Der Prozess gegen den ehemaligen Weltklasse-Ringerläuft bereits seit dem 12. Oktober vor der zweiten Großen Strafkammer des Landgerichts Frankenthal.

Historischer Finalkampf

Passarelli gehörte in den 1980er Jahren zu den weltweit besten Ringern im Griechisch-Römischen Stil. Der Bantam-Gewichtler (bis 59 Kilogramm) war Olympiasieger, Welt- und Europameister. Sein persönlicher Karriere-Höhepunkt war das Olympische Finale bei den Sommerspielen in Los Angeles 1984 - ein Finale für die Ewigkeit.

Der gebürtige Italiener Pasquale Passarelli schaffte fast Unmenschliches, als er sage und schreibe 85 Sekunden lang mit einer Brücke den Versuchen seines japanischen Gegners Masaki Eto standhielt, geschultert zu werden – und holte sensationell Gold für Deutschland. "Es war ein Kampf um Leben und Tod", hat der heute 61-Jährige einmal in einem Interview über den Final-Fight gesagt, der als "Brücke von Los Angeles" in die Sport-Geschichte einging. Das Finale gilt als eines der besten Ringer-Duelle der Geschichte. Die Olympischen Heldentaten sind allerdings mittlerweile verblasst.

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