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Die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) hat eine Herpes-Impflicht beschlossen. Ab Januar 2023 müssen alle Turnierpferde in Deutschland gegen das Equine Herpesvirus 1 (EHV-1) geimpft sein. Ende Februar ist das Virus bei einem Reitturnier in Valencia ausgebrochen, 18 Pferde sind damals gestorben, fünf aus Deutschland.

Zusammengesunkene Pferde, die nur mit Hilfe von Kränen und Schlingen um den Bauch aufgerichtet werden konnten: Die Bilder und Meldungen aus Valencia sorgten für große Aufregung, auch weil sich das Virus schnell ausbreitete. Der Nationenpreis-Reiter Sven Schlüsselburg aus Ilsfeld bei Heilbronn etwa brachte das Virus aus Spanien mit auf die heimische Anlage, mehrere seiner Pferde starben daraufhin. Auch Olympiasieger Michael Jung aus Horb am Neckar zeigte sich im März im Gespräch mit SWR Sport besorgt:

Die jetzt beschlossene Impfpflicht ist eine Reaktion auf die Vorfälle im Februar. „Das Hauptziel der Impfung ist es, die Virusausscheidung in einem Bestand zu senken. Die Impfung kann jedoch nicht das einzelne Pferd vor einer Infektion und Erkrankung schützen. Sie ist auch weniger effektiv, wenn geimpfte und ungeimpfte Pferde zusammen gehalten werden. Sie ist aber dann besonders sinnvoll, wenn alle Pferde in einem Bestand geimpft sind, denn dadurch sinkt die Menge der ausgeschiedenen Viren, da geimpfte Pferde weniger Viren ausscheiden. Wenn weniger Viren kursieren, sinkt das Risiko der Krankheitsübertragung“, erklärt Enrica Zumnorde-Mertens, Veterinärin der FN.

2022 dient als Übergangsjahr

Drei verschiedene Hersteller sollen laut FN Impfstoffe produzieren. Da sich aber nicht ausschließen lasse, dass es Engpässe gebe, solle das Jahr 2022 als Übergangsphase dienen. „So kann einerseits genügend Impfstoff produziert werden, andererseits erhalten alle Turnierreiter*innen die Chance, ihre Turnierpferde mit ausreichendem Vorlauf impfen zu lassen“, erklärt die FN.

Rufe nach Einführung der Impfpflicht wurden laut

Bereits Ende März hatte Dressurreiterin und Mannschafts-Olympiasiegerin Dorothee Schneider aus Framersheim eine Impfpflicht gefordert. „Natürlich hat so eine Impfung auch Nebenwirkungen, aber grundsätzlich können wir den Virus damit eindämmen und unsere Pferde zum großen Teil schützen“, sagte sie damals.

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