Michael Jung auf Wave in Tokio (Foto: Imago, aflosport)

Reiten | Vielseitigkeit Gold in Tokio: Michael Jung weiß schon mal, wie es geht

Schon ein Jahr vor Olympia holte Vielseitigkeitsreiter Michael Jung Gold in Tokio. Mit Wallach Wild Wave gewann der 37-Jährige den olympischen Test-Wettkampf "Ready Steady Tokyo".

Eigentlich ist Gold in Tokio ja erst im nächsten Jahr ein Thema, aber der dreimalige Vielseitigkeits-Olympiasieger Michael Jung weiß schon jetzt, wie es sich anfühlt, als Sieger aus Japan zurückzukehren. Mit dem erst siebenjährigen Wallach Wild Wave gewann der Reitmeister aus dem schwäbischen Horb den olympischen Testwettkampf "Ready Steady Tokyo" und bewertete anschließend die anspruchsvolle Geländestrecke auf der Halbinsel Sea Forest: "Schwierig, aber machbar. Ich denke, es sollte wirklich kein Problem sein."

Jung im Springen nicht zu schlagen

Nach der ersten Teildisziplin Dressur war Jung hinter dem bei Dirk Schrade in Deutschland trainierenden Japaner Yoshiaki Oiwa und Australiens dreimaligem Mannschafts-Olympiasieger Andrew Hoy Dritter. Im Gelände übernahmen Hoy und Jung die Plätze eins und zwei, und im abschließenden Springen war Jung nicht zu schlagen: Sein Wild Wave, das jüngste Pferd im Teilnehmerfeld, ging den Parcours ohne Fehler. Das gelang Hoy und seiner achtjährigen Stute Bloom Des Hauts Crets nicht, das Paar fiel mit einem Abwurf auf Platz fünf zurück.

Bedingungen in Tokio erfordern "gute Vorbereitung"

Die Drei-Sterne-Kurzprüfung diente in erster Linie dazu, ein Jahr vor den Spielen in Tokio die klimatischen, organisatorischen und sportlichen Bedingungen für Reiter und Pferde vor Ort zu testen. Im modernisierten und zum Teil neu erbauten Reiterstadion von Baji Koen in Tokios Bezirk Setagaya, bereits bei Olympia 1964 Schauplatz der Reiterwettbewerb, finden auch 2020 Dressur und Springen statt. "Für mich war es sehr interessant und sehr angenehm, schon mal zu sehen, wie alles hier funktioniert, und ein paar Wege abzugehen", sagte Jung: "Es fühlt sich wirklich alles sehr gut an." Für seine Kollegen hatte er im Hinblick auf nächstes Jahr auch noch einen Tipp: "Reiter und Pferde brauchen auf jeden Fall eine sehr gute Vorbereitung und müssen sehr fit sein, wenn sie hier ankommen."

Vor allem das Wetter in Tokio könnte ein Knackpunkt werden. Während der dreitägigen Veranstaltung war von schweren Regenfällen bis zu großer Hitze alles dabei. Vermutlich wird Jung im kommenden Jahr nicht mit Wild Wave nach Tokio kommen, sondern mit seinem Championatspferd Chipmunk. Mit dem elfjährigen Wallach, den er erst zu Beginn dieses Jahres von seiner Teamkollegin Julia Krajewski übernommen hatte, startet Jung demnächst auch bei den Europameisterschaften in Luhmühlen (28. August bis 1. September). Zuvor holte der Baden-Württemberger im Juli bereits mit den Deutschen Vielseitigskeitsreitern den Sieg bei der CHIO Aachen.

Dauer

Direkt aus Tokio geht es für Michael Jung in Donaueschingen weiter: Sein Vater wird ihn vom Züricher Flughafen abholen und ohne Zwischenstop zur CHI Donaueschingen bringen. Zur Eröffnungsfeier wird es Jung nicht schaffen, er startet mit einem Nachwuchspferd bei der Geländeprüfung und beim Springreiten.

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