Simone Blum auf ihrer Stute Alice (Foto: Imago, imago/Bildbyran)

Reiten | Porträt Simone Blum: Mit Alice im WM-Wunderland

Einzel-Gold und Team-Bronze: Springreiterin Simone Blum aus Zolling schwebt dank ihrer Stute Alice im Wunderland. Diese Woche startet sie bei den German Masters in Stuttgart, allerdings "ganze ohne Erfolgsdruck".

Diesen Tag wird Simone Blum nie vergessen: Es ist der 23. September 2018. Als letzte Starterin reitet sie auf ihrer Alice ins WM-Finale von Tryon. Noch führt sie die Wertung an. Doch vor der 29-Jährigen und ihrer Fuchsstute liegt ein weiterer anspruchsvoller Parcours, der fünfte innerhalb weniger Tage.

Ein letztes Mal volle Konzentration und Präzision: Simone Blum und ihre Alice zeigen eine famose Leistung, bleiben auch im Finale ohne Abwurf. "Jaaaaaa", schreit die 29-Jährige immer wieder, reißt die Arme hoch und herzt ihre Stute. Sie ist die erste Springreiterin, die bei den seit 1990 ausgetragenen Weltreiterspielen Gold gewinnt.

Weltmeisterin Blum kommt aus einer Pferdefamilie

"Das war ein Erfolg, der bleibt einem ein ganzes Leben. Es war traumhaft", erzählt Simone Blum wenige Wochen nach ihrem Triumph mit immer noch strahlenden Augen. Neben der Goldmedaille gewann die Amazone Bronze mit dem Team - ein unvergessliches WM-Debüt.

Simone Blum stammt aus einer Pferdefamilie. Ehemann Hansi, den sie kurz nach der WM heiratete, ist ebenfalls Springreiter. Zusammen leben sie auf dem elterlichen Eichenhof in Zolling (Landkreis Freising), auf dem die Weltmeisterin auch aufwuchs. Mehr als 40 Pferde leben hier. Darunter natürlich auch Wunderstute Alice, die eine ganz besondere Vorliebe für Mangos hat. Nach jeder fehlerfreien Runde im Parcours bekommt sie mindestens eine als Belohnung.

"Alice war ein sehr schwieriges Pferd. Sie hat mich auch manchmal bis zur Weißglut gebracht."

Simone Blum

Alice gehört zur Familie - auch auf dem Papier. "Sie ist unverkäuflich", betont Simone Blum immer wieder. "Seine Familie oder seine Schwester verkauft man auch nicht." Ohne die sensible Stute wäre sie schließlich nicht da, wo sie jetzt steht - an der Weltspitze, mitten im Rampenlicht.

Simone Blum gibt offen zu, dass ihr der Rummel um sie und Alice seit der WM zu schaffen macht: "Doch das gehört dazu." Alle Augen und Kameras sind seit dem Erfolg auf das Traumpaar gerichtet. Auch bei dem ersten Auftritt nach der WM: Ende Oktober stürzten Simone Blum und Alice in Verona schwer, beide blieben glücklicherweise unverletzt.

Ohne Erwartungsdruck bei den German Masters

Nach Stuttgart zu den German Masters bringt Simone Blum diese Woche neben Alice auch Nachwuchshoffnung Cool Hill mit. "Ich freue mich wieder mit dabei zu sein", verrät sie. "Vor ein paar Jahren war dieses Turnier noch zu hochkarätig für mich."

Im Vorjahr gewann Simone Blum mit Alice die German Master Prüfung und wurde Vierte im Großen Preis von Stuttgart. Viel Spielraum für eine bessere Platzierung bleibt da kaum. "Das stimmt. Aber zu viel Druck und zu große Erwartungen sind immer schlecht", weiß die Weltmeisterin. Bewiesen, dass sie und Alice ein Traumpaar sind, hat sie sowieso schon.

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