Dorothee Schneider mit Sammy Davis jr. (Foto: Imago, imago/Stefan Lafrentz)

Reiten | Porträt Dorothee Schneider: "Es muss sich leicht anfühlen"

Bei den Weltreiterspielen in Tryon (USA) jubelte Dorothee Schneider aus Framersheim über WM-Gold mit der deutschen Equipe. In dieser Woche startet sie bei den German Masters in Stuttgart.

Ihre Augen strahlen und ein Lächeln gleitet über ihr Gesicht: Sobald Dorothee Schneider auf ihre Pferde angesprochen wird, ist sie ganz in ihrem Element. "Sammy Davis jr. ist ein Tänzer. Dieses Pferd ist sehr leichtfüßig und charmant", schwärmt die 49-jährige Dressurreiterin.

Sammy Davis jr. war es auch, der ihr Mitte September unvergessliche Momente bescherte. Bei den Weltreiterspielen in Tryon gewann die WM-Debütantin aus Framersheim Gold mit dem deutschen Team: "Es war natürlich ein Riesenerlebnis, Mannschafts-Weltmeisterin zu werden."

Dorothee Schneider: die Autodidaktin

Dorothee Schneider stammt aus einer Reiterfamilie. Ihr Vater, selbst erfolgreicher Reiter und Richter auf großen Dressur-Turnieren, brachte ihr das Reiten bei. Seinen Unterricht musste sie sich aber hart erkämpfen, weil er "fast nie Zeit hatte". So kam es, dass sich Dorothee Schneider viel selbst beibrachte.

"Es muss sich leicht und selbstverständlich anfühlen, dann werden Pferd und Reiter zu einer Einheit."

Dorothee Schneider

Einen ihrer größten Kindheitsträume erfüllte sie sich 2012 mit dem Start bei den Olympischen Spielen in London. Mit der deutschen Equipe gewann sie die Silbermedaille. Vier Jahre später in Rio de Janeiro krönte sich Dorothee Schneider zur Team-Olympiasiegerin.

Nach dem Titel mit der Mannschaft bei den Europameisterschaften in Göteborg 2017 gab es dieses Jahr erneut goldige Gänsehaut-Momente mit der deutschen Equipe bei der der WM in Tryon. Verändert haben sie diese Erfolge aber nicht.

"Ich bin immer noch die Gleiche wie vorher."

Dorothee Schneider

Der Alltag hatte die Team-Weltmeisterin nach dem Erfolg schnell wieder. Die 49-Jährige ist selbständig, der eigene Betrieb verlangt der gelernten Bankkauffrau viel ab. 2000 übernahm Dorothee Schneider die elterliche Anlage Sankt Stephan in Framersheim. Neben der alltäglichen Arbeit nach der WM "wurde aber auch viel gefeiert", gibt sie lächelnd zu.

Dorothee Schneider freut sich auf die German Masters

Grund zum Feiern könnte es diese Woche schon wieder geben. Die 49-Jährige startet mit ihrem WM-Pferd Sammy Davis jr. im Weltcup bei den German Masters in Stuttgart. Gelingt den beiden eine fehlerfreie Runde, haben sie gute Chancen auf eine vordere Platzierung. Im vergangenen Jahr belegten sie den zweiten Rang hinter Dressur-Königin Isabell Werth.

Besonders freut sich Dorothee Schneider auf das Stuttgarter Publikum: "Die Halle ist immer voll besetzt. Man merkt richtig, wie die Menschen auch bei der Dressur mitfiebern und einen durchs Viereck tragen und einen nach einer tollen Prüfung mit Applaus belohnen. Das macht immer riesig Spaß."

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