Simon Geschke trägt weiterhin das Bergtrikot bei der Tour de France (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)

Rennrad | Tour de France

Simon Geschkes Berg-Bestmarke: "Schon ein verdienter Rekordhalter"

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Am nächsten dänischen Tour-de-France-Festtag verteidigte Simon Geschke aus Freiburg das Bergtrikot ganz entspannt - und erfuhr erst im Fernsehen von seinem Rekord.

Der König der Berge war überrascht und voller Stolz. "Ich wusste das gar nicht, aber deutscher Rekordhalter ist natürlich schön", sagte Radprofi Simon Geschke, als er in Saint-Etienne erst im TV-Interview von seiner Bestmarke erfahren hatte. Fünf gepunktete Trikots hatte vor ihm kein anderer Deutscher bei der Tour de France überstreifen dürfen.

Geschke: "Dann bin ich vielleicht schon ein verdienter Rekordhalter"

Der 36-Jährige übertrifft im Spätherbst seiner Karriere Marcel Wüst, der das "Maillot a pois" im Jahr 2000 direkt zu Beginn der Frankreich-Rundfahrt viermal getragen hatte. "Dann bin ich vielleicht schon ein verdienter Rekordhalter, weil Wüst ja eher Sprinter war", sagte Geschke lächelnd.

Kraft sammeln für die Pyrenäen

Seine Chancen, das Trikot bis nach Paris zu tragen, ordnet er als sehr gering ein. Die Hoffnung auf weitere Tage an der Spitze der Bergwertung aber ist da: "Ich erhole mich Tag für Tag und versuche, so viele Kräfte wie möglich zu sammeln für die Pyrenäen", sagte Geschke mit Blick auf die entscheidenden Hochgebirgsetappen.

Zuvor hatte er sein Trikot ohne größere Mühe behauptet, der Däne Mads Pedersen sprintete aus einer Ausreißergruppe heraus zum Etappensieg. Der 25 Jahre alte Straßen-Weltmeister von 2019 erfüllte sich auf der leicht ansteigenden Zielgerade mit seinem ersten Tour-Etappenerfolg einen Lebenstraum - und er sorgte ganz nebenbei für die Fortsetzung der dänischen Festspiele bei der Tour de France. Seit dem Grand Depart in Kopenhagen befindet sich das Land im kollektiven Radsport-Freudentaumel. Magnus Cort Nielsen besorgte am Dienstag den ersten dänischen Tagessieg, ehe Jonas Vingegaard einen Tag später in den Alpen zum nächsten Etappenerfolg und ins Gelbe Trikot flog, das er am Freitag mühelos verteidigte.

"Es ist unglaublich, endlich diesen Sieg zu haben. Das hat viel Energie und viele Versuche gekostet, aber jetzt hat es geklappt", sagte Pedersen triumphierend. "Fahrer wie ich haben bei so einer Tour wenige Möglichkeiten, ich musste die Chance ergreifen." Aber: "Ich bin noch nicht zufrieden, ich will mehr."

Anschließend an die Alpen-Strapazen der vergangenen Tage, an denen zweimal der Col du Galibier sowie der Schlussanstieg ins Radsport-Mekka Alpe d'Huez auf dem Programm gestanden hatten, startete die Etappe in Le Bourg-d'Oisans. Auf weitgehend flachen 192,6 km ging es über drei kleinere Anstiege bis ins Ziel nach Saint-Etienne, das zum 27. Mal Tour-Etappenort war.

Spitzengruppe diesmal ohne deutsche Beteiligung

Nach gewohnt hektischer Anfangsphase bildete die zunächst siebenköpfige Spitzengruppe des Tages - anders als zuletzt ohne deutsche Beteiligung. Stattdessen waren neben dem späteren Etappensieger Pedersen auch der Brite Fred Wright und Hugo Houle aus Kanada mit von der Partie, die am Ende auf den Plätzen zwei und drei landeten. Das Feld präsentierte sich zur Freude der Ausreißer lange uneinig und ließ sie schließlich gewähren.

Geschkes Taktik geht auf

Der Cofidis-Fahrer Geschke musste bei den kleineren Bergwertungen des Tages selbst nicht in Erscheinung treten. "Ich habe noch ein paar Punkte Vorsprung, mal sehen, wie lange die noch halten", hatte er vor der Etappe gesagt, nachdem er seine Führungsposition mit viel Kampfgeist und etwas Glück auch im Hochgebirge behalten hatte. Am Ende durfte er sich über den deutschen Rekord freuen.

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