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Radprofis wollen schon bald in die Saison starten. Normalerweise würden sie jetzt irgendwo im warmen sonnigen Süden ihre Form trainieren. So wie die Sportler vom Koblenzer Radsportteam Lotto-Kern-Haus. Die müssen sich jetzt aber in heimischen Gefilden vorbereiten.

Man kann sich wahrlich Schöneres vorstellen, als einem nassen Tag rund um Koblenz, die nötigen Trainingskilometer zusammen zu strampeln. Aber die jungen Radprofis von Lotto-Kern-Haus sehen das anders. Sie sind froh, dass sie trotz aller Einschränkungen das tun können, was sie am liebsten tun. "Wir haben ja das Glück, dass wir draußen trainieren können und nicht auf irgendwelche Sporthallen angewiesen sind," sagt Kim Heiduck, eines der Nachwuchs-Talente des Koblenzer Radteams.

Die Planungen laufen auch im Hintergrund

Während die Fahrer ihre Trainingskilometer abspulen, laufen auch in der Teamzentrale die Saisonvorbereitungen auf Hochtouren: in zwei Garagen in Weitersburg. Auch wenn Teamchef Florian Monreal wegen der Pandemie immer wieder improvisieren muss. "Leider konnten wir noch kein Teamtreffen machen, was wir normalerweise im Dezember machen, wo auch Materialausgabe ist." Weshalb es inzwischen eng wird zwischen Dutzenden von Rennmaschinen und Ersatzteilen, für Teamchef Florian Monreal und seinen Vater Wilfried, dem Materialmanager, der alles zusammenbaut, pflegt und wartet. Aber das soll sich schon bald ändern. Im Februar im Trainingslager sollen alle neuen Rennräder an den Mann gebracht werden. Doppelter Grund zur Vorfreude also für die Jungs: auf etwas Sonne in Spanien oder Italien und auf das neue Material. Da sind die hartgesottenen Radsportler wie kleine Kinder: "Jedes mal, wenn es ein neues Rad gibt, hat man eine Vorfreude wie wenn man neue Spielsachen bekommt", gibt Kim Heiduck gerne zu.

Corona-Tests vor der Haustür

Weniger Vergnügen bereiten die vielen Corona-Tests. Aber auch da haben sie bei Lotto-Kern-Haus richtig Glück. Das medizinische Labor in Koblenz liegt praktisch vor der Haustür. Und der Leiter ist Dr. Rüdiger Walscheid, der Vater von Max Walscheid, der im vergangenen Jahr erstmals bei der Tour de France dabei war. Die Verbindung zum Radsport ist also naheliegend und inzwischen nutzen auch ganz viele Fahrer andere Teams diesen Service des Koblenzer Labors, weshalb Dr. Rüdiger Walscheid eigentlich kein freies Wochenende kennt: "Wenn Ergebnisse, z.B. für einen Start am Sonntag vorliegen müssen, müssen die zwangsläufig Samstag gemacht werden, damit der Start möglich ist."

Keine Frage, Dr. Walscheid wäre froh, wenn bald wieder etwas mehr Normalität zurückkehren würde. Und natürlich auch der Teamchef und die Radprofis von Lotto-Kern-Haus. Trotz der widrigen Umstände und den kalten, nassen Trainingseinheiten in den Hügeln rund um Koblenz ist ein wenig Besserung in Sicht, auch wenn die Rennen im März erst einmal abgesagt sind. "Ich bin immer sehr optimistisch eingestellt," sagt Florian Monreal. Wie auch immer: es geht in diesen Tagen langsam bergauf für die Radprofis aus Koblenz, auch wenn das nicht immer leicht ist.

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