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Pascal Ackermann ist ein Star des Profiradsports, ein Publikumsliebling. Mit SWR Sport spricht Deutschlands bester Straßensprinter über große Siege, schwere Stürze, rasierte Beine und sein kategorisches Nein zu Doping.

Genau vor einem Jahr: Pascal Ackermann gewinnt als erster Deutscher das berühmte Maglia Ciclamino, das lila Trikot des besten Sprinters beim Giro d’Italia. In diesen Tagen wollte der 26-jährige Radrennfahrer aus Minfeld bei Kandel eigentlich die begehrte Trophäe erneut gewinnen – doch ihm bleibt wegen der Corona-Zwangspause nur Training zuhause in der Pfalz oder am Erstwohnsitz in Österreich. "Es fehlt der Adrenalin-Kick", sagt er. Frühestens in zwei Monaten darf er seinem eigentlichen Job wieder nachgehen, nämlich Rennen fahren. Ist der 26-Jährige neidisch auf die Fußball-Profis, die jetzt schon wieder aktiv sein dürfen? "Es ist egal, was ich jetzt sage: Die einen werden mich dafür hassen, die anderen nicht", lacht der Pfälzer. "Es sind ja auch Berufsfußballer. Ich will ja auch wieder Rennen fahren. Ich brenne auch dafür, dass es wieder losgeht. Und wenn die Sicherheitsmaßnahmen gegeben sind, warum sollte man dann keinen Sport machen können?"

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Ackermann muss "trotzdem auf den Punkt topfit sein"

Sein ursprünglicher Rennkalender im Team Bora-hansgrohe ist Makulatur; seine Saison-Höhepunkte sind nur noch zum Teil realisierbar. Denn eigentlich war der Sprint-Spezialist für den Giro d’Italia im Mai und für die Spanien-Rundfahrt im Herbst vorgesehen. "Doch beides geht jetzt nicht mehr, da sich durch die Verschiebungen vieles überschneidet", erklärt Ackermann. Die jetzige Aufbauphase ist kompliziert, denn so richtig weiß keiner der Profis, wann er wirklich wieder am Start stehen wird. "Und wir müssen trotzdem auf den Punkt topfit sein", sagt Ackermann. Die Trainings-Steuerung erfolgt mit dem Coach digital. "Letzte Woche saß ich 30 Stunden auf dem Rad – soviel wie selten", sagt Ackermann und lacht.

"Das Leistungsgefälle wird extrem groß sein"

Dass derzeit die Doping-Kontrollen ausgesetzt oder reduziert worden sind, bereite ihm kein Kopfzerbrechen. Durch die unterschiedlichen Trainingsbedingungen – in manchen Ländern durften die Rennfahrer auf der Straße trainieren, in anderen mussten sie zuhause auf dem Balkon bleiben – könne der Re-Start kaum prognostiziert werden. Ackermann: "Das Leistungsgefälle wird extrem groß sein." Er selbst ist überzeugt, dass der Radsport sauberer geworden ist im Vergleich zu den dunklen Doping-Kapiteln früherer Jahre – und lehnt Manipulationen rundweg ab: "Da würde ich ja meine Familie bescheißen." Angst um seinen Arbeitsplatz, wie sie derzeit in vielen Rennställen umgeht, braucht der Weltklasse-Sprinter nicht zu haben. Ackermann: "Das Team steht voll hinter mir."

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