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Eben mal den Mount Everest hochradeln. Mit dem Rennrad. "Das war schon eine der härtesten Sachen, die ich je gemacht habe", resümiert Radprofi Emanuel Buchmann nach seiner "Everest Challenge".

Nein, nicht den Mont Ventoux mit seinen läppischen 1.900 Höhenmetern, den Mount Everest, den höchsten Berg der Welt. 8.848 Meter nach oben, in einer Rekordzeit: 7 Stunden 28 Minuten. Das hat Emanuel Buchmann geschafft, der Tour-de-France-Vierte des Vorjahres aus Ravensburg, auf einer Bergstraße im Ötztal - für einen guten Zweck.

Noch nie zuvor so viele Höhenmeter

Pro Meter zehn Euro für das Kinderhilfswerk - das sollten Unterstützer spenden. Am Ende des Tages waren knapp 14.000 Euro zusammengekommen. Noch nie zuvor ist er an einem Tag so viele Höhenmeter gefahren. Im Training bis zu 5.000 Höhenmeter, ähnlich bei den Königsetappen der großen Rundfahrten. Aber er fühlte sich gut am Haiminger Berg im Ötztal, den er immer wieder hinauf fuhr. Nach zwei Stunden beschloß er, die ganze Sache auf Tempo zu fahren.

"Die letzten 1.000 Meter waren brutal"

"Ab 7.000 Höhenmeter habe ich die Muskulatur gespürt, das sind Regionen, die ich einfach nicht gewohnt bin. Die letzten 1.000 Höhenmeter waren brutal. Aber es waren auch ein paar Fans da, das hat mich sehr unterstützt", erzählte Buchmann nach der Tortur.

Beeindruckende Zahlen rund um die "Everest Challenge"

Der inoffizielle Rekord für die Strecke lag zuvor bei 7 Stunden und 40 Minuten. Buchmann war nun zwölf Minuten schneller. Die weiteren beeindruckenden Zahlen: 

  • 6.970 Kalorien
  • 162 Kilometer Strecke
  • 11 Trinkflaschen
  • 6 Gels
  • 7 Energieriegel

"Ich hätte nicht gedacht, dass ich so schnell fahre. Das war schon ziemlich gut", zog Buchmann Bilanz. Sein Trainer Dan Lorang, der auch Jan Frodeno und Anne Haug zu ihren Ironman-Siegen coachte, ergänzte: "Emu hat einmal mehr gezeigt, dass er einer der besten Bergfahrer der Welt ist, und auch in diesem Jahr für die Tour de France bereit sein wird."

Der Traum vom Podest bei der Tour

Die soll Ende August in Nizza starten. Das Profil der Tour ist in diesem Sommer noch stärker als sonst auf Bergfahrer zugeschnitten. Der Traum des Emanuel Buchmann aus Ravensburg, dieses Mal in Paris auf dem Podium zu stehen, hat durch seine Perfomance im Ötztal neue Nahrung erhalten. Emanuel Buchmann will weiter hoch hinaus.

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