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Bei prallem Sonnenschein und 30 Grad stundenlang Höchstleistung bringen? Eigentlich kein Problem für die besten Radprofis Deutschlands, die am Wochenende in Stuttgart und Öschelbronn um die nationalen Meistertrikots fahren.

"Wir sind ja in der Vorbereitung schon öfter bei hohen Temperaturen aktiv gewesen", sagt etwa Hannah Ludwig aus Traben-Trarbach, die U23-Europameisterin im Einzelzeitfahren. Trotzdem werden die Teams und die Veranstalter das Thermometer fest im Blick haben. Denn neben Taktik und Kondition entscheidet auch die Flüssigkeits-Zufuhr über Erfolg oder Misserfolg. Zuschauer sind aufgrund des Corona-Hygiene-Konzepts nur sehr wenige im Start-Ziel-Bereich erlaubt.

Ab der dritten Runde Verpflegung erlaubt

Albrecht Röder, der Strecken-Chef der Deutschen Straßen-Meisterschaft, weiß genau, wann die "Bar" für das Peloton offen ist auf dem anspruchsvollen 7,1 Kilometer langen Rundkurs in Stuttgarts Süden.

"Ab der dritten Runde dürfen die Fahrer frisch verpflegt werden - und dann durchgehend bis zwei Runden vor Rennende, dann ist Schluss", sagt der DM-Organisator, der als Junior selbst ein erfolgreicher Rennfahrer war. Verpflegt werden die Profis und Amateure von ihren Betreuern zum einen an einer festeingerichteten Zone, die sich an der 1000-Meter-Marke vor dem Ziel befindet.

Zudem dürfen die Akteure - wie bei großen Rundfahrten und Klassikern auch - aus den Mannschaftswagen heraus mit fester und flüssiger Nahrung versorgt werden. Röder: "Das letzte Wort haben aber natürlich die Rennkommissare, die nach Wetterlage die Verpflegungs-Zeiten auch anpassen können."

Rechtzeitig trinken

Pro Rennstunde zwei Trinkflaschen - das ist in etwa das Maß der Dinge für die besten Radsportlerinnen und Radsportler bei schweren Straßenrennen. "Es ist ganz wichtig, rechtzeitig zu trinken und gar nicht erst großen Durst aufkommen zu lassen", sagt Liane Lippert, die gerade noch zuhause in Friedrichshafen am Bodensee die letzten Trainings-Einheiten absolviert hat und als eine der Favoritinnen anreist. "Ich will Deutsche Meisterin werden, ja", gibt die 23-Jährige unumwunden zu und wirft damit eine deutliche Kampfansage ins Peloton. Ihr Ziel: die Nominierung für die Olympischen Spiele in Tokio, die Ende Juni vorgenommen wird vom Bund Deutscher Radfahrer.

"Olympia wird für mich wohl noch nichts werden", urteilt dagegen ihre Konkurrentin von der Mosel, Hannah Ludwig. "Aber ich bin ja noch jung", schiebt die 21-Jährige sofort hinterher und schmunzelt. Denn sie will vorne mitfahren am Meisterschafts-Wochenende und hat sich akribisch auf Stuttgart vorbereitet, unter anderem sogar mit einer Streckenbesichtigung. "Ja, das stimmt. Vor einigen Wochen war ich extra mal hier und hab mir alles angeschaut", sagt Ludwig und weiß: "Das wird ganz schön schwer."

"Sonne ist doch super"

Ist Hitze für sie ein Thema? "Ich mag das Wetter! Sonne ist doch super", lacht sie. Doch auch sie wird im Rennen ständig "nachfüllen", vor allem mit isotonischen Getränken. "Viel trinken, aber bloß keinen Gluckerbauch bekommen", erzählt sie. Damit meint sie den Fehler von manch einer Anfängerin oder von Hobby-Radlern, zuviel Wasser zu trinken…

Ob Hitze-Schlacht oder nicht: nahezu alle sind sich einig, dass die Strecken-Wahl von Albrecht Röder und seinem Organisations-Team zu einem regelrechten Ausscheidungsrennen führen wird. "Jede Runde wird das Peloton kleiner werden", prophezeit Ronny Lauke, der Teamchef von Hannah Ludwig. Die siegreichen Champions dürfen sich in jedem Fall doppelt freuen: Über das begehrte Meistertrikot mit den schwarz-rot-goldenen Brustringen - und über etwas lecker-kühles zum Trinken!

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