Pascal Ackermann (Deutschland  Team Bora - Hansgrohe) (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / Roth | Roth)

Saisonbilanz und WM-Ausblick

Pascal Ackermann hofft auf erfolgreichen Saisonabschluss bei der Rad-WM

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Die Saison lief für Pascal Ackermann alles andere als optimal. Vor allem die verpasste Tour de France-Teilnahme ärgerte den Radprofi aus der Pfalz. Nun stehen einige Veränderungen in seiner Karriere an, ein Erfolg bei der Strassenrad-WM am Sonntag wäre wichtig für seinen weiteren Weg.

Das Ein-Tages-Rennen "Rund um den Finanzplatz Eschborn – Frankfurt" am vergangenen Sonntag: Der deutsche Klassiker ist ein Höhepunkt in der Saisonplanung der deutschen Radprofis, auch von Pascal Ackermann. Der Sprinter vom deutschen Bora-Team hatte die letzte Auflage vor der Corona-Pandemie 2019 sogar gewonnen. Ein Highlight seiner Karriere. Auch in diesem Jahr hätte er gerne wieder so ein Ausrufezeichen gesetzt. Diesmal reichte es aber nur zu Platz fünf. "Ich bin mega enttäuscht, dass das Rennen so vermasselt ist. Aber die Form stimmt", gibt Ackermann anschließend zu Protokoll.

Frust nach Ausbootung vor der Tour de France

Höhen und Tiefen prägen ohnehin dieses Jahr des 27-Jährigen aus Kandel in der Südpfalz. Eigentlich war erstmalig ein Start bei der Tour de France geplant und mit seinem Teamchef bei Bora, Ralph Denk, auch abgesprochen. Dann aber blieb er in der ersten Saisonhälfte zu oft hinter seinen Möglichkeiten. Die Folge: Er wurde nicht, wie vorgesehen, für die Tour de France nominiert. Ein schwerer Schlag für Ackermann, der sich anschließend einen öffentlichen Disput über seine Ausbootung mit seinem Arbeitgeber leistete. Von Wortbruch war die Rede.

Gute Spätform

Seine Formkurve zeigte dann tatsächlich auch nach oben, aber eben erst nachdem die Tour de France gelaufen war. Ein Etappen-Sieg bei der Großen Schleife durch Frankreich, so wie beim Giro d’Italia 2019 und der spanischen Vuelta 2020, das war immer sein großes Ziel. Immerhin hat er bei kleineren Rennen sechs Siege einfahren können, darunter auch ein Teilstück und die Sprintwertung bei der Deutschland-Tour.

Achtungserfolge zwar, aber kein adäquater Ersatz für den ehrgeizigen Radprofi, der sich durch die Umstände entschieden hat, zur nächsten Saison den Rennstall zu wechseln. Ab 2022 fährt er für das Team UAE-Emirates. Bei Bora sieht er offensichtlich keine Zukunft für sich. "Ich habe die Entscheidung nicht von heute auf morgen getroffen, sondern gut überlegt, und ich bleibe bei meiner Meinung und freue mich, dass jetzt etwas Neues kommt", so die Einschätzung von Ackermann.

Außenseiterchance beim WM-Strassenrennen

Am Ende dieser durchwachsenen Saison steht jetzt in dieser Woche die Straßenrad-WM in der belgischen Provinz Flandern. Zu den Favoriten zählt er dort nicht. Die Teams aus Belgien, den Niederlanden, Frankreich und Italien geben den Ton an und wollen ihren Spitzenfahrern wie Titelverteidiger Julian Alaphilippe oder Lokalmatador Wout van Aert zum Sieg verhelfen. Auch im deutschen Team liegt der Fokus eher auf Nils Politt, der bei der Tour de France schon eine Etappe gewinnen konnte. Aber sollte es zu einer Sprint-Entscheidung kommen, hat Pascal Ackermann möglicherweise doch die Chance, nochmal mit einer Top-Platzierung seine Stärke zu demonstrieren.

Ziel Tour de France 2022

Ein guter Saisonabschluss wäre auch eine Empfehlung für seinen neuen Arbeitgeber, bei dem Ackermann sich wieder eine starke Position erarbeiten muss. Die Ansprüche bei UAE-Emirates um Tour-Sieger Tadej Pogacar sind hoch. Mit seinen 27 Jahren ist Ackermann aber noch entwicklungsfähig. Neben seinen Sprint-Qualitäten ist er dort auch als Helfer gefragt. Das ist aber auch eine Chance, bei der nächsten Tour de France endlich dabei zu sein, egal in welcher Rolle.

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