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Ronja Eibl aus Grosselfingen (Zollernalbkreis) gilt als größte deutsche Nachwuchshoffnung im Mountainbike. Nach einem schwierigen Jahr 2020 kämpft sie sich aktuell in Richtung Tokio.

Es begann im Frühjahr 2020. Ronja Eibl strotzte nur so vor Energie, trainierte hart und ihre Werte waren auf Top-Niveau. Beim ersten Rennen in Tschechien lief es dann wider Erwarten schlecht. Der U23-Weltcupsiegerin ging nach dem ersten Viertel des Rennens bereits die Kraft aus. Eine Erklärung dafür gab es nicht. Beim nächsten Rennen dann dasselbe Phänomen.

Eibl wurde durchgecheckt, Blutwerte wurden genommen, eine erneute Leistungsdiagnostik gemacht. Das Ergebnis war ernüchternd: Übertraining. Eine chronische Überlastungsreaktion, die eintreten kann, wenn zu intensiv und zu häufig bei geringen Regenerationsphasen trainiert wird. Kurze Pause und weiter geht es, mögen die meisten denken. Doch so einfach ist es selten.

Die Leidenszeit begann

Eibl, für die es in den letzten Jahren in der Weltspitze sprunghaft nach oben ging, war am Boden zerstört. Denn auch eine mehrwöchige Pause brachte nicht den ersehnten Erfolg. Der Körper der damals 20-Jährigen nahm sich eine Zwangspause. Im September erklärte die Mountainbikerin ihre Saison für beendet.

Viele Gespräche mit Familie und Freunden folgten in der für sie schlimmsten Zeit ihrer Laufbahn. Die zwei Brüche des Unterarms in den Jahren zuvor waren fast lächerlich zu dem, was sie im letzten Herbst durchmachen musste. Wenn Symptome des Übertrainings chronisch werden, bedeutet dies meist das Aus für die Sportlerin oder den Sportler. Bange Wochen begannen, denn niemand konnte vorhersagen, wann sich der Körper wieder erholt.

Fokus verlagert

Eibl, die in Albstadt Wirtschaftsingenieurwesen im dritten Semester studiert, begann ihren Fokus zu verlagern. Sie gönnte ihrem Körper die benötigte Ruhe und vertiefte ihr Studium. Den Kopf frei bekommen, um wieder Energie aufzuladen für den Sport.

Luna, die neue Familienhündin aus dem Tierheim, half bei der Regeneration kräftig mit. Nach vielen Wochen Aus- und Leidenszeit tankte sie neue Energie und der Re-Start erfolgte.

Olympische Spiele im Visier

Kontrolliertes Aufbautraining bis zuletzt führten Eibl zurück in die Weltspitze. Eigentlich hätte sie noch ein Jahr in der U23 fahren können, doch das MTB-Talent wollte mehr und wechselte im Frühjahr vorzeitig zu den Elite-Fahrerinnen. Ein gewagter Sprung, doch die Mountainbikerin strotzt inzwischen wieder vor Kraft und Selbstvertrauen und hat ein klares Ziel: Tokio 2021.

Deutschland könnte mit zwei Starterinnen im Cross Country zu den Olympischen Spielen reisen. Ein Ticket möchte Eibl unbedingt haben, doch wer letztlich mitfährt, entscheidet Bundestrainer Peter Schaupp. Dieser knüpft seine Entscheidung an die Ergebnisse der kommenden Weltcuprennen in Albstadt und Nove Mesto.

Vorteil Heimrennen

Bei ihrem Heimrennen in Albstadt rechnet sich Eibl zwar keine Chancen auf den Sieg aus, denn dazu ist die Konkurrenz bei der Elite zu stark. Doch im Feld der deutschen Fahrerinnen möchte sich die Studentin zeigen, möchte vor allem zeigen, dass sie bereit ist. Bereit für Tokio. Nach dem verkorksten Jahr 2020 wäre die Olympia-Qualifikation wohl die beste Therapie in der noch jungen Karriere der Mountainbikerin.

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