Emanuel Buchmann aus Ravensburg (Foto: Imago, Sirotti)

Radsport | Tour de France Starker Buchmann meistert Vogesen-Showdown

Deutschland hat wieder eine Rundfahrt-Hoffnung. Auf der ersten Bergetappe der Tour de France erreicht Emanuel Buchmann als Achter das Ziel im kleinen Kreis der Favoriten. Der Ravensburger ist nun Gesamt-Zwölfter.

Emanuel Buchmann quälte sich mit allerletzter Kraft die Schotterpiste zur Skistation hinauf, dann blickte der Kletterspezialist erleichtert empor. Die deutsche Rundfahrt-Hoffnung hat den Showdown in den Vogesen bravourös gemeistert und sich bei der ersten Hochgebirgsetappe der 106. Tour de France von den Top-Favoriten um Titelverteidiger Geraint Thomas nicht abschütteln lassen.

Dylan Teuns holt den Tagessieg

Den Tagessieg sicherte sich unterdessen auf der sechsten Etappe über 160,5 Kilometer von Mülhausen nach La Planche des Belles Filles der belgische Ausreißer Dylan Teuns vor dem Italiener Giulio Ciccone, der um Haaresbreite dem französischen Publikumsliebling Julian Alaphilippe das Gelbe Trikot entriss.

Doch die Kletter-Show der Favoriten, die 1:44 Minuten hinter den Ausreißern die bis zu 24 Prozent steile Rampe im Ziel überquerten, stand im Mittelpunkt dieser ersten Bergetappe. Und pünktlich zum Höhepunkt zeigte Titelverteidiger Geraint Thomas seine beste Saisonleistung als Vierter.

Buchmann mit einer Top-Leistung

Nur sieben Sekunden hinter Thomas war auch schon Buchmann im Ziel, womit er sogar noch vor dem kolumbianischen Supertalent Egan Bernal lag. Der Auftritt des 26 Jahre alten Ravensburgers auf den 4000 Höhenmetern mit sieben Bergwertungen machte Appetit auf mehr und lässt Radsport-Deutschland von der ersten Top-Ten-Platzierung seit Andreas Klöden vor zehn Jahren hoffen. Durch seinen Parforceritt hat sich Buchmann von Platz 29 auf zwölf katapultiert.

"Wenn man gut drauf ist, dann läuft's"

"Wenn man gut drauf ist, dann läuft's", sagte der 26-Jährige, dem es schon im Vorfeld der 106. Frankreich-Rundfahrt nicht an Selbstvertrauen gemangelt hatte: "Ich bin sehr zufrieden. Es war ein super hartes Rennen mit steilen Rampen, es lief wirklich gut. Das war eine Bestätigung."

Das Gelbe Trikot übernahm unterdessen Ciccone in einer Sekunden-Entscheidung. Der Italiener war neben Tagessieger Teuns aus einer ursprünglich 14-köpfigen Ausreißergruppe übrig geblieben und liegt dank der Bonussekunden nun sechs Sekunden vor Alaphilippe, der als Tagessechster alles gab - letztlich vergebens. Auf Platz fünf der Gesamtwertung liegt bereits Toursieger Thomas, der die Zweifel an seiner Form ausräumte und damit auch seinen aufstrebenden Teamkollegen Bernal überflügelte.

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