Miriam Welte hat ihr Karriereende angekündigt (Foto: Imago, PanoramiC)

Radsport | Bahnrad Miriam Welte: "Wenn ich in Tokio dabei bin, ist danach Schluss"

Bahnrad-Olympiasiegerin und -Weltmeisterin Miriam Welte vom 1. FC Kaiserslautern will nach den Olympischen Spielen in Tokio 2020 ihre Karriere beenden. Dies bestätigte die 32-Jährige im Interview mit SWR Sport.

SWR Sport: Miriam Welte, Sie haben angekündigt, nach den Olympischen Spielen in Tokio 2020 Ihre Karriere beenden zu wollen. Wie kam es zu dieser Entscheidung?

Miriam Welte: Ich habe kurz- und langfristige Ziele. Kurzfristig sind mir meine gefahrenen Zeiten und meine Gesundheit sehr wichtig - dahingehend läuft im Moment alles gut. Langfristig sind Olympische Spiele für jeden Sportler ein Ziel, auch für mich. Das hilft mir, mich für die kurzfristigen Ziele zu motivieren. Aber es ist Fakt: Wenn ich es schaffe, in Tokio dabei zu sein - die Olympia-Qualifikation läuft, wir sind aber noch nicht qualifiziert - , dann werde ich nach Tokio meine aktive Karriere beenden.

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Falls Sie sich nicht für Tokio qualifizieren sollten: Wäre es denkbar, auf eine weitere Olympia-Teilnahme 2024 hinzutrainieren?

Das kann ich komplett ausschließen. Was ich ebenfalls ausschließen kann ist eine WM-Teilnahme 2021. So lange wird es für mich nicht mehr gehen.

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Wie sehen denn Ihre Pläne für nach der aktiven Karriere aus?

Die Pläne sind noch weit weg, auch wenn ich mich natürlich damit beschäftige, wie es nach dem Sport weitergeht. Ich habe auf jeden Fall eine sehr gute Perspektive bei der Landespolizei Rheinland-Pfalz. Da bin ich Polizei-Oberkommissarin, was mir sehr großen Spaß macht.

Trotzdem bin ich noch am sortieren und selektieren, weil es viele Dinge gibt, die mich begeistern. Ich könnte mir vorstellen, neben der Polizei-Arbeit auch noch etwas anderes zu machen. Aber da bin ich gerade erst dabei herauszufinden, was das ist.

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Sie blicken bereits jetzt auf eine lange und sehr erfolgreiche Laufbahn zurück. Wie werden Sie ihrem Sport verbunden bleiben?

Ich habe so viel Zeit im Bahnradsport verbracht und durfte so viel positives erleben, dass ich auch in Zukunft meine Erfahrung an die Jugendlichen weitergeben will. Wir haben ja zum Beispiel vor einem Jahr das "Bahnteam Rheinland-Pfalz" gegründet, in dem ganz viele junge Sportler sind. Dem Team werde ich erhalten bleiben und sicher bei der ein oder anderen Trainingseinheit dabei sein und dabei helfen, den ein oder anderen Jugendlichen an die Weltspitze heranzuführen. Das ist vielleicht vergleichbar mit der Arbeit eines Honorar-Trainers - also punktuelle Einsätze. Hauptamtlicher Trainer ist indes keine Option für mich.

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Zur Person Miriam Welte

Für die Kaiserslauterin wäre es in Tokio die dritte Olympia-Teilnahme. 2012 hatte Welte sensationell mit Kristina Vogel die Goldmedaille in Teamsprint gewonnen, in Rio holte das Erfolgsduo Bronze. Nach dem tragischen Unfall von Vogel, die nach einem Sturz im Sommer 2018 querschnittsgelähmt ist, musste Welte mit einer neuen Partnerin starten. Mit Emma Hinze gewann Welte in diesem Frühjahr WM-Bronze.

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