Bahnradfahrerin Miriam Welte (Foto: SWR)

Flutlicht | Interview Welte: "Die schlimmste Nachricht, die ich je bekommen habe"

Auch nach knapp einem halben Jahr tut es noch weh. Anlässlich ihrer Ehrung zur Landessportlerin 2018 in Rheinland-Pfalz hat sich Miriam Welte mit SWR-Sportredakteur Christian Döring in ihrem Lieblingscafé in Kaiserslautern getroffen und unter anderem über die schwere Verletzung ihrer ehemaligen Teamgefährtin Kristina Vogel gesprochen.

"2018 war mein emotionalstes Jahr überhaupt", sagte die 32-jährige vom 1. FC Kaiserlautern: "Der WM-Titel im März war mit grandiosen Emotionen verbunden. Die Nachricht von Kristinas Unfall war dann die schlimmste Nachricht, die ich je bekommen habe."

"Ein tragisches Ende"

Zu Vogel habe sie immer ein ganz besonderes Verhältnis gehabt, so Welte weiter: "Wir haben uns zwölf Jahre lang das Zimmer geteilt. Wir haben Höhen und Tiefen gemeinsam erlebt. Dass das auf so eine tragische Art und Weise endete, ist schon sehr traurig."

Sie habe sich oft gefragt, warum es gerade Vogel getroffen habe, erzählte Welte im Gespräch mit SWR-Moderator Christian Döring: "Wir haben im Training und bei den Wettkämpfen immer toll zusammen gearbeitet und uns gegenseitig unterstützt. Es ist schwer nachzuvollziehen, warum sie so ein Schicksal erleiden musste."

"Kristina ist eine Kämpferin"

Sie bewundere ihre frühere Partnerin dafür, wie lebensbejahend sie sich schon kurz nach Bekanntwerden der Diagnose Querschnittslähmung gezeigt habe. "Als ich sie im Krankenhaus besucht habe, war es wie früher. Wir haben gelacht und Quatsch gemacht. Das zeigt mir, dass Kristina die gleiche Kämpferin ist wie sie es früher auch im Sport war."

Vogel, die mit Welte 2012 in London gemeinsam Olympia-Gold im Teamsprint gewonnen hatte, ist seit ihrem Trainingssturz Ende Juni querschnittsgelähmt. Welte selbst war nicht dabei, als der Unfall geschah.

STAND