2019 zur Sportlerin des Jahres gekührt: Malaiko Mihambo (Foto: imago images, imago images/Schreyer)

Sportler des Jahres

Vom Corona-Test zur Preisverleihung - Sportler des Jahres 2020

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Der Preis des deutschen Sportlers des Jahres blickt auf eine lange Geschichte zurück. Dass dieses Event auch im Corona Jahr 2020 stattfinden kann, verdanken die Veranstalter mehreren Faktoren.

Mit der Normalität wird die Preisverleihung zum Sportler des Jahres 2020 wenig zu tun haben. So viel kann Klaus Dobbratz, Organisator der Gala am 20. Dezember, bereits verraten. Nur eine Handvoll deutscher Spitzensportler wird sich an diesem Abend im Kurhaus von Baden-Baden einfinden. Diejenigen nämlich, die von den wahlberechtigten Fachleuten aus der Welt des Sports zu den diesjährigen Preisträgern gekürt wurden.

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Ein harter Bruch mit dem gewohnten Flair des Events, welches Normalerweise von über 700 Sportlern und Medienvertretern besucht wird. Dass die Veranstaltung zu Zeiten hoher Corona-Fallzahlen in Baden-Württemberg überhaupt stattfinden kann, ist laut Dobbratz das Ergebnis von monatelanger Arbeit. "Im Moment ist es so, dass wir die Veranstaltung reduziert, auf kleiner Flamme, etwas demütig und etwas bescheiden (…) durchführen können und wollen", sagt der Hauptorganisator des Events auf der traditionellen Vorpressekonferenz in einer Eventlocation in Baden-Baden.

"Es war niemals eine Überlegung, dass wir die Wahl ausfallen lassen"

Um das Infektionsrisiko bei der abgespeckten Version der Preisverleihung so gering wie möglich zu halten, setzen die Veranstalter auf ein Hygienemobil. Dieses soll den Gäste noch vor ihrem ersten Kontakt mit anderen Anwesenden einen Test auf das Corona-Virus ermöglichen. Die dabei verwendeten Instrumente umfassen einen Corona-Schnelltest, Fieberscanner und den obligatorischen Fragebogen, so Dobbratz auf der Pressekonferenz. "Wir wollen alle Vorschriften des Gesundheitsamtes, mit dem wir sehr kooperativ zusammenarbeiten durften, erfüllen um die wenigen Gäste die wir haben zu schützen“, so der Organisator des Events. Einer möglichen Absage der Veranstaltung, wie sie in den letzten Monaten immer wieder im Raum stand, tritt Dobbratz entschieden entgegen: „Es war niemals auch nur eine Überlegung, dass wir die Wahl zum Sportler des Jahres ausfallen lassen", zeigt sich Dobbratz selbstbewusst. "Da würden wir unseren Athleten unrecht tun", merkt er an.

"Am Ende ist man doch immer überrascht wie viel machbar ist"

Auf der traditionellen Vorpressekonferenz war aber nicht nur der Ablauf der Preisverleihung kurz vor den Weihnachtsfeiertagen Thema. Auch einige der diesjährigen Nominierten nutzten die Gelegenheit, um über ihre Chancen bei der kommenden Sportler des Jahres Wahl zu sprechen.

Neben Speerwerfer Johannes Vetter und Paralympics-Champion im Kugelstoßen Niko Kappel, berichtete auch Tennisspielerin Laura Siegemund von ihrer Trainingssituation zur Corona-Zeit. "Es ist mit einem großen Mehraufwand verbunden, wenn man trainieren möchte", sagte die aktuelle Nummer 50 der Tennis-Weltrangliste auf der Pressekonferenz. "Am Ende ist man aber doch immer wieder überrascht wie viel machbar ist unter schwierigen Bedingungen", so die diesjährige US-Open Siegerin im Doppel. Lange war nicht klar, ob Siegemund überhaupt an den Feierlichkeiten in Baden-Baden teilnehmen können würde. Erst die Verschiebung der Australien Open auf Grund der Pandemie, machten ihre Teilnahme, auch an der traditionellen Vorpressekonferenz möglich.

Rekordmänner Niko Kappel und Johannes Vetter aussichtsreiche Kandidaten

Ein turbulentes Jahr haben auch Speerwerfer Johannes Vetter und Paralympics-Kugelstoßer Niko Kappel hinter sich. Beide konnten 2020 mit persönlichen Bestleistungen überzeugen und sich damit ins Gespräch für den Titel des Sportlers des Jahres bringen. Während Kappel einen neuen Weltrekord aufstellte, warf Johannes Vetter seinen Speer über 97 Meter weit und damit nahe an die magische 100-Meter-Marke heran.

Dass die besondere Situation rund um die Corona-Pandemie dabei nicht nur ein Hindernis war, bestätigen beide Athleten gleichermaßen: „Es war eine große Freude, dass die Wettkämpfe überhaupt stattgefunden haben und dann bin ich das Ganze auch mit einer gewissen Leichtigkeit angegangen. (…) Ich glaube auch in so einem Jahr, kann man enorm viel Stärke für weitere Aufgaben finden“, so Vetter. „Es stärkt das Selbstvertrauen und die Zuversicht, wenn man mit solchen Situationen klar kommt“, meint auch Niko Kappel.

Ob das Jahr für die Athleten mit der Auszeichnung zu Deutschlands bestem Sportler zu Ende geht, entscheidet sich dank monatelanger Planung und einem strengen Hygienekonzept am 20. Dezember im Kurhaus von Baden-Baden.

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