Fotofinisch zwischen Simon Schempp (li.) und Martin Fourcade (Foto: Imago, Bildbyran)

Olympia 2018 | Biathlon Drama um Schempp - Doll geht leer aus

Maximal eine halbe Fußlänge fehlte Simon Schempp nach 15 Kilometern im Massenstart zum Gold. Der Uhinger musste sich nur um wenige Zentimeter dem Franzosen Martin Fourcade geschlagen geben und durfte sich über Silber freuen.

Schempp machte sich am Ende eines spektakulären, wahnsinnig spannenden Schlussspurts ganz lang und krachte neben Martin Fourcade in den Schnee. Einige Sekunden lang wusste niemand, wer denn nun Gold im olympischen Massenstart gewonnen hatte: Der deutsche Weltmeister? Oder doch der Dominator der Biathlon-Szene aus Frankreich, der allerdings wütend mit seinem Skistock herumfuchtelte? Erst das Zielfoto brachte Gewissheit: Gold ging um eine Fußspitze an Fourcade, den großen Favoriten - aber für Schempp erfüllte sich am Sonntag der Traum von der ersten Olympia-Medaille.

"Nichtsdestotrotz bin ich super happy"

"Als ich im Ziel lag, war ich mir nicht sicher, wer von uns Erster war", sagte der 29 Jahre alte Schempp, der nach Staffel-Silber in Sotschi seine zweite Olympia-Medaille holte: "Ich bin auf der Zielgeraden immer näher gekommen. Wäre es fünf Meter weiter gegangen, hätte es vielleicht gereicht. Aber nichtsdestotrotz bin ich super happy."

Fourcade mit historischem Erfolg

Unbarmherzig hatte der 29-Jährige den verwundbar erscheinenden Verfolgungs-Olympiasieger in Pyeongchang über die Anstiege gehetzt, auf der Zielgeraden zog er mit letzter Kraft gleich - zumindest fast. Fourcade rettete sich und ist mit viermal Gold und zweimal Silber nun der erfolgreichste Olympionike seines Landes, gemeinsam mit dem Fechter Lucien Gaudin.

Bronze ging an Sotschi-Sieger Emil Hegle Svendsen aus Norwegen. Für Fourcade war es der insgesamt vierte Olympiasieg.

Doll starker Fünfter

Erik Lesser verpasste die Bronzemedaille um 0,4 Sekunden und wurde Vierter. Dahinter rundete Benedikt Doll aus Breitnau, der in der Verfolgung Bronze gewonnen hatte, auf dem fünften Platz ein starkes deutsches Ergebnis ab. Sprint-Olympiasieger Arnd Peiffer landete nadh vier Fehlschüssen auf Platz 13.

STAND