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Judoka Anna-Maria Wagner hat sich sechs Wochen vor dem Start der Olympischen Spiele zur neuen Weltmeisterin gekrönt und ihren Medaillen-Anspruch für die Spiele unterstrichen. Die Ravensburgerin bezwang im Kampf um Gold die Französin Madeleine Malonga.

Sie reißt beide Arme nach oben und ihren Mund weit auf: Als Anna-Maria Wagner realisiert, dass sie gerade Weltmeisterin geworden ist, kennt sie kein Halten mehr. In Budapest setzte sich die 25-Jährige in der Gewichtsklasse bis 78 Kilogramm gegen die französische Weltranglistenerste Madeleine Malonga durch und sicherte die zweite Medaille für den Deutschen Judo-Bund. Für die Weltranglisten-Dritte aus Ravensburg war es die erste WM-Medaille.

"Ich hab' gar keine Worte dafür, ich kann's noch gar nicht so richtig fassen"

Für sie sei die WM eigentlich nur ein Wettkampf vor den Olympischen Spielen gewesen. "Ich wollte meine Form abrufen. Und ich hab ' gewonnen! Danach habe ich erst mal realisiert, dass ich jetzt Weltmeisterin bin. Ich kann es noch gar nicht richtig in Worte fassen."

"Das ist eine Wahnsinnsgeschichte", sagte Daniel Keller, Präsident des Deutschen Judo-Bundes (DJB).

"Judo-Deutschland ist in heller Aufregung, das schlägt ein wie eine Bombe."

Wagner löst Olympia-Ticket

Außerdem setzte sich Wagner im internen Duell um das Olympia-Ticket für Tokio gegen ihre Teamkollegin Luise Malzahn durch, die im Viertelfinale ausgeschieden war. Die Titelkämpfe in Budapest sind die letzte Generalprobe für die deutschen Judokas vor Tokio. Der Deutsche Judo-Bund will sein endgültiges Olympia-Aufgebot am 15. Juni bekanntgeben.

Erste deutsche Judo-Weltmeisterin seit 28 Jahren

Zuletzt hatte Johanna Hagn (+78) im Jahr 1993 für Deutschland WM-Gold geholt, in Wagners Gewichtsklasse liegt ein Titel sogar noch weiter zurück: Barbara Claßen triumphierte im Jahr 1982.

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