Die Turnerin Elisabeth Seitz (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)

Turnen | Olympia

Eli Seitz: "Ich merke, dass es noch ein bisschen mehr kitzelt"

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Elisabeth Seitz und das deutsche Turn-Team sind in Japan, um sich auf die Olympischen Spiele vorzubereiten - unter strikten Corona-Bedingungen. Trotzdem steigt die Vorfreude der gebürtigen Heidelbergerin immer weiter, auch wegen einer freudigen Überraschung bei der Ankunft.

Als die deutschen Turnerinnen und Turner in Jōetsu angekommen sind, dort, wo sie ihren Übungen vor den Olympischen Spielen den letzten Schliff geben, hatten dutzende Japaner schon auf sie gewartet. Sie wedelten mit Deutschland-Fähnchen und klopften rhythmisch auf ihren Trommeln. Eine kleine Gruppe hielt ein Banner mit der Aufschrift "Willkommen in Jōetsu" hoch. Eigentlich wollten noch mehr kommen, die halbe Stadt hieß es; wegen Corona ging das aber nicht. Die, die da waren, bereiteten Eli Seitz und ihren Teamkollegen einen besonderen Empfang. Lukas Dauser sagte später: "Man hat sich ein bisschen wie im falschen Film gefühlt. Also ich weiß nicht, wir sind ja jetzt auch keine Megastars, zumindest in Deutschland nicht. Aber wahrscheinlich in Jōetsu ein bisschen, also so kommt es rüber."

Strikte Corona-Regeln im Hotel

Für Seitz und die anderen war das ein verheißungsvoller Start. Er konnte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass diese Spiele anders werden als alle bisherigen. Noch im Flieger nach Japan hatten die deutschen Turnerinnen und Turner erfahren, dass bei den Wettkämpfen in Tokio keine Fans zugelassen sind. Für Seitz, die bei den Spielen in Rio und London dabei war, wird das eine ungewohnte Situation sein, der sie aber gelassen entgegenblickt:

Die Corona-Maßnahmen im Hotel in Jōetsu sind strikt. Das deutsche Team hat einen eigenen Fahrstuhl, der nur zwischen dem neunten Stock, wo alle untergebracht sind, und dem Speisesaal im zweiten Stock auf- und abfährt. Morgens, noch vor dem Frühstück, müssen die Athleten einen Corona-Test machen. Das Hotel dürfen sie nur über den Seitenausgang verlassen und auch nur dann, wenn sie zum Training fahren. "Aber weil die so herzlich sind und so nett und sich so um uns sorgen, fällt uns das eigentlich gar nicht auf", sagt Ursula Koch, die Cheftrainerin der Frauen des Deutschen Turner-Bunds (DTB).

Bis zum Sonntag ist das Team in Jōetsu. Dann geht es ins etwa vier Stunden entfernte Olympische Dorf nach Tokio, wo die Corona-Regeln ebenfalls sehr streng sind. Der Vorfreude tut das aber keinen Abbruch.

Das Barren-Finale ist Seitz' Olympia-Ziel

In den letzten Trainingseinheiten geht es für Seitz jetzt um die Details, ehe sie am zweiten Wettkampftag (25. Juli) in die Qualifikation im Einzelturnen startet – mit einem klaren Ziel:

"Ich weiß aus den letzten Jahren, dass das Barren-Finale mit meiner Übung sehr gut möglich ist. Und klar, da muss ich natürlich auch bei der Quali eine gute Übung treffen.

Die Konkurrenz sei gerade am Barren extrem gut, da überschlügen sich die Athleten mit Schwierigkeitswerten - "es ist schon extrem", meint die Deutsche Rekordmeisterin. "Und trotzdem muss jeder erstmal seine Übung zeigen."

Elisabeth Seitz‘ dritte Olympische Spiele werden anders als die, die sie bisher erlebt hat. Und womöglich liegt das nicht nur an Corona. Eventuell trägt die Turnerin des MTV Stuttgart sogar die Fahne bei der Eröffnungsfeier. Das Deutschland-Team hat sie nominiert. "Ich muss sagen, dass ich so begeistert und aufgeregt war, dass ich gleich gesagt habe: Ich würde mich total freuen, wenn ich das mache", sagt Seitz.

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