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Die Infektionszahlen in der Olympiastadt Tokio steigen. Die Regierung hat den Notstand ausgerufen. Es wird keine Zuschauer geben. Die Sportler*innen trifft das hart.

Sportler*innen lieben lautstarke Anfeuerungsrufe, erst dadurch wird ein Wettkampf ein Ereignis. Die Unterstützung durch Zuschauer und Fans wird es aber in Tokio nicht geben. Das hat die japanische Regierung gemeinsam mit dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) entschieden. Es werden also auch keine einheimischen Fans zugelassen.

"Ich habe einmal bei einer EM vor einem leeren Stadion gekämpft. Das war ein komisches Gefühl in einem "Geisterstadion". Da ist keine Atmosphäre kein Druck."

Geisterspiele gab es noch nie in der Geschichte der Olympischen Spiele. Für Ringer Frank Stäbler ist das eine bittere Enttäuschung, da er nach den Spielen seine Karriere beendet und gehofft hatte, dass Familie, Fans und Freunde in begleiten dürfen. Aber es hilft nichts. Nun stellt sich der Athlet auf Geisterspiele ein.

In Japan gilt von Montag an bis 22. August der Notstand - Die Olympischen Spiele sollen vom 23. Juli bis 8. August stattfinden.

Auch Hochspringerin Marie Laurence Jungfleisch ist enttäuscht, versucht aber das Beste draus zu machen.

"Ohne Zuschauer ist es nicht das Gleiche. Es sind nicht diese typischen Olympischen Spiele, so wie man sie kennt."

Traurig nehmen die Sportler die Entscheidung hin und akzeptieren sie, denn sie kennen den Grund und sind froh, dass sie nach vier bzw. fünf Jahren Vorbereitung überhaupt zu den Spielen reisen dürfen.

"Ich weiß von London und Rio, wie die Spiele sein könnten. Aber so werde ich mal sagen können, dass ich bei den 'speziellsten Spielen', die es jemals gab, dabei war."

Sportler*innen sind es gewohnt, dass sie sich auf unterschiedlich Wettkampfverhältnisse einstellen müssen. Mal ist das Publikum auf Ihrer Seite, mal gegen sie. Ganz ohne Zuschauer, das ist neu. Aber Sportler*innen sind flexibel und sie werden sich so gut es geht darauf einstellen. Für manche Sportler macht es sogar gar keinen Unterschied. Ruderer Richard Schmidt aus Trier ist schon in Tokio und wurde herzlich empfangen.

"Es ist komisch, auf der einen Seite sind die Menschen ängstlich und wollen nicht zu nahe kommen, aber trotzdem sind sie total interessiert und freuen sich voll, dass wir hier sind."

Es werden definitiv andere Spiele ohne begeisterte Menschen, ohne Zuschauer, die auch den letzten Außenseiter noch anfeuern. Auch Olympiasieger Michael Jung aus Horb am Neckar wird das Publikum vermissen. Seine Sportart hat während der Spiele normalerweise mehr Aufmerksamkeit, als bei allen anderen Wettbewerben.

"Umso mehr Zuschauer das sind umso schöner ist es. Das ist es, was so ein Event ausmacht.“

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