STAND
AUTOR/IN

Zwei olympische Medaillen hat Ruderer Richardt Schmidt schon. Gold im Achter 2012, Silber vier Jahre später. Und der 33-Jährige glaubt daran, dass es dieses Jahr die nächste Chance auf eine Medaille geben wird.

Bereits 2009 holte Richard Schmidt seinen ersten Titel im Ruder-Achter, wurde damals Weltmeister. Seitdem kam eine beachtliche Titelsammlung für den Mann aus Trier zusammen. Sechs WM-Titel, neun Goldmedaillen bei Europameisterschaften, Gold bei den Olympischen Spielen 2012. Und trotz aller Fragezeichen aufgrund der Corona-Pandemie ist Schmidt optimistisch, dass der deutsche Ruder-Achter dieses Jahr in Tokio wieder einen neuen Versuch angehen kann: "Wir sind eigentlich alle ziemlich zuversichtlich. Wir denken auch gar nicht daran, dass es jetzt noch mal abgesagt wird", so Schmidt. Auch die Tatsache, dass das Internationale Olympische Komitee (IOC) und die Regierung Japans das schon mehrmals bestätigt haben, lässt Schmidt von einer Austragung der Spiele im Sommer ausgehen.

Schmidt glaubt nicht an eine Impfung vor den Olympischen Spielen

Das IOC und die japanischen Gastgeber wünschen sich, dass sich möglichst viele Sportlerinnen und Sportler vor ihrer Anreise nach Tokio impfen lassen, um die Sicherheit der Spiele zu erhöhen. Daran glaubt Richard Schmidt, der Athletensprecher der Ruderer ist, allerdings nicht: "Momentan sieht das ja alles nicht so gut aus, also ich denke vor Olympia wird das nichts, wenn wir uns an die Reihenfolge halten". Er wäre aber natürlich froh, wenn er so schnell wie möglich geimpft werden könne, so Schmidt.

"Es werden komplett andere Spiele"

Eine Idee von dem, was ihn und alle anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei den Olympischen Spielen erwartet, sei schon durchgesickert. "Dass man alle drei Tage einen Coronatest machen muss. Wenn der positiv ist, geht man wohl sofort in Quarantäne." Im olympischen Dorf würden strenge Hygieneregeln herrschen und auch das gesellige Beisammensein von Athleten und Athletinnen verschiedener Sportarten wird es so wohl nicht mehr geben, sagt Schmidt: "Nach den Wettkämpfen wird sofort abgereist." Für den Ruderer werden es grundsätzlich andere Spiele - im Vergleich zu dem, was man kennt. "Das sind die Einschnitte, die man als Sportler in der Corona-Krise hat."

Schon jetzt in einer "Bubble", auch privat

Auch der Trainingsalltag vor den Olympischen Spielen ist in diesem Jahr für die Ruderer anders. "Wir sind in einer Bubble", erklärt Schmidt. Seine Trainingsgruppe versucht nur unter sich zu bleiben, nur der Trainer hat Kontakt zu ihnen. Und auch im Privatleben schränkt sich Richard Schmidt ein, soweit es geht. "Wir reduzieren alle Kontakte außerhalb der Gruppe. Man hat nur noch seine Partnerin und Familie. Ansonsten hat man eben wenig bis gar keine Kontakte." Auch durch regelmäßige Tests versuchen die Ruderer sich ein sicheres Trainingsumfeld zu schaffen und sie tragen FFP2-Masken, wann immer es geht.

Richard Schmidt - Ruderer im Deutschland-Achter (Foto: Imago, Imago)
Richard Schmidt - Ruderer im Deutschland-Achter Imago Imago

Kein Leistungsverlust durch die besonderen Trainingsbedingungen

An negative Auswirkungen auf die Leistung durch die Corona-Pandemie glaubt der Trierer nicht. Zwar könne man aktuell nicht mit Sportlern außerhalb der eigenen Trainingsgruppe trainieren, aber da die Teams für die Wettkämpfe schon gebildet worden seien, wäre das nicht dramatisch. "Es beeinträchtigt uns eigentlich nur außerhalb des Sports", sagt der 33-Jährige. Man kann also hoffen, dass der deutsche Ruder-Dauerbrenner, der Achter, auch 2021 wieder vorne mitfahren wird. Und vielleicht gibt es dann im Sommer die dritte Olympiamedaille für Richard Schmidt.

Rudern | Europameisterschaft Mit dem Trierer Richard Schmidt: Deutschland-Achter holt nächstes EM-Gold

Auf den Deutschland-Achter ist einmal mehr Verlass: Das deutsche Flaggschiff mit dem Trierer Richard Schmidt ruderte in Posen zum achten EM-Titel in Folge. Jason Osborne aus Mainz und Jonathan Rommelmann haben den nächsten Titel im Leichtgewichts-Doppelzweier indes knapp verpasst und mussten sich mit Silber begnügen.  mehr...

STAND
AUTOR/IN